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New Yorker Metro steht vor dem Ruin
Aktualisiert am 18.12.2009 16 Kommentare
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Der Metropolitan Transportation Authority steht das Wasser bis zum Hals: 383 Millionen Dollar Defizit schreibt die MTA per Ende Jahr. Jetzt zieht die Transportgesellschaft die Notbremse. Ab 2010 will sie zwei Bahnlinien schliessen und die traditionellen Gratis-Abonnemente für Schüler abschaffen, wie die «New York Times» und das «Wall Street Journal» übereinstimmend schreiben. Ausserdem sollen der bereits heute spärliche Service an den Wagen weiter reduziert und 700 Stellen gestrichen werden.
Noch sind die Vorschläge politisch nicht abgesegnet; die definitive Abstimmung im Verwaltungsrat der MTA findet im Frühling statt. Für die Bahngesellschaft ist ihre prekäre Lage dem maroden New Yorker Staatshaushalt zuzuschreiben. «Die MTA muss ihren Service einfrieren, weil die Stadt New York die jährlichen Subventionen um 143 Millionen gestrichen hat», zitiert «Wall Street Journal» einen Sprecher. Dazu komme ein Gerichtsurteil, das die Gesellschaft zu Lohnerhöhungen von insgesamt 541 Millionen Dollar verpflichtet habe.
Bestmögliche Effizienz nicht gesichert
Tatsächlich räumt der Gouverneur von New York, David Paterson, die Sparmassnahmen bei der MTA ein. «Wir haben kein Geld im Moment», sagt die Sprecherin gegenüber dem ebenfalls in der Stadt ansässigen Wirtschaftsblatt. Trotzdem müsse auch das Unternehmen einen Teil der Schuld auf sich nehmen, wie der neue Verwaltungsrat Jay Walder sagt: «Die MTA wird nicht auf eine Art und Weise betrieben, die eine bestmögliche Effizienz sichert.»
Die Vorschläge seien ein «entmutigendes Zeichen für die Prioritäten der New Yorker» schreibt ein Leser an die «New York Times». Die gestrichenen Gratis-Abos für Schüler kosten nach seinen Berechnungen jede Familie 810 Dollar pro Schüler und Jahr zusätzlich. «Die Stadt und die MTA müssen tiefer graben um andere Sparmöglichkeiten zu finden. Kürzungen beim Service sind akzeptabel in wirtschaftlich harschen Zeiten, Einschnitte in die Zukunft unserer Kinder nicht.»
«Schlicht keine andere Wahl»
Doch der Bürgermeister von New York, Michael Bloomberg, hat bereits seine Unterstützung für die Pläne ausgesprochen. Die vier Vertreter der Stadt im Verwaltungsrat würden für die Kürzungen stimmen, so Bloomberg, «weil wir schlicht keine andere Wahl haben». (oku)
Erstellt: 18.12.2009, 15:24 Uhr
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16 Kommentare
Das wären dann weniger als zwei Tage Kriegskosten im Irak, soviel zu den Prioritäten dort. Und es soll ja keiner sagen, das hätte eines mit dem anderen nichts zu tun. Denn das kommt alles aus dem gleichen Topf: dem Geld des amerikanischen Steuerzahlers. Antworten
Die MTA wird unsinnigerweise aus der NY-Staatshauptstadt Albany geleitet. Dort haben die (z.T. auf die Stadt neidischen) Parlamentarier das Sagen u.a. auch über Lohnentscheidungen. Das Parlament in Albany funktioniert miserabel und der momentane Gouverneur hat die Sache nicht im Griff, Beispiele: Nachfolge für Senatorin H. Clinton, oder Budget 2010 schleppten sich über Wochen dahin. Antworten
Wieso nicht Staatsgelder rüber schieben, damit in besseres Rollmaterial investieren, Ticketpreise verbilligen, Angebot ausbauen, Gehälter erhöhen, Boni ausschütten und nach einem bis zwei Jahren wieder in die Normalität (privatisieren) zurück kehren ... wie wenn nichts geschehen wäre ... nur so als kleine Kompensation zum Finanz-Desaster ... die NewYorker hätten sicher nichts dagegen Antworten
Roger Köppel hatte doch recht, die Marktwirtschaft muss man nicht regeln, Wohlstand für alle ist garantiert, so lange sich der Staat aus allem raus hält. Amerika zeigt es uns immer wieder, öffentlicher Verkehr auch ohne Staat möglich, Infrastruktur wie Strassen, Elektrizität, Krankenhäuser alles in perfektem Zustand. Boni und Löhne werden durch den Markt bestimmt und alle sind am Ende glücklich. Antworten
Die Gewerkschaften haben mit Streik vor einigen Jahren und dem Gerichtgang die Grundlage fuer dieses Disaster gelegt. Einmahl mehr haben Gewerkschaften den kurzfristigen Erfolg auf Kosten von nachhaltiger Arbeitsplatzsicherung vorgezogen. Wir sollten gewarnt sein. Antworten
Eigentlich wollte ich mich totlachen, aber das wäre falsch. Fragen tauchen auf. Fragen wie: Wie kann eine Stadt wie New York, Sinnbild des Kapitalismus und Wall Street, so tief sinken, dass eines der Wahrzeichen bald gar nicht mehr fährt?! Ich deute solche Dinge als schlechtes Omen für die USA. was kommt demnächst und wie gehen die Amis damit um? Bald irgendwo ein neuer Krieg? Antworten
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Jens Poschet
wie ware es mit kantonalen und bundessteuern. der gleiche topf? Sofern es mir bewusst ist zahlen meine staats-steuern den oeffentlichen verkehr in maryland und nicht in NYC. es sind die federalensteuren die den krieg bezahlen. Antworten