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Nasa will die Herstellung eines privaten Raumschiffs sichern

Die Nasa bindet bereits erste private Firmen mit Verträgen an sich – um die Herstellung eines privaten Raumschiffs zu sichern.

«Dream Chaser», gebaut mit Nasa-Beteiligung.

«Dream Chaser», gebaut mit Nasa-Beteiligung. (Bild: zvg)

Mit seinem Budget für 2011 zwang US-Präsident Barack Obama die Raumfahrtbehörde Nasa, die Pläne für neue Mondraketen, eine Basisstation auf dem Mond und eine spätere bemannte Mission zum Mars zu streichen. Zudem beauftragte er die Nasa, zusammen mit der privaten amerikanischen Luft- und Raumfahrtindustrie ein neues Raumschiff zu bauen, das US-Astronauten zur Internationalen Raumstation (ISS) befördern kann.

Die Nasa reagierte umgehend: Sie wählte gestern fünf private Unternehmen aus, die am Bau des neuen Raumschiffs beteiligt sein sollen. Diese Firmen band die Nasa mit Vorverträgen, sogenannten Space Act Agreements. Damit schüttete die Raumfahrtbehörde rund 50 Millionen Dollar aus. Jede der mit Space Act Agreements bedachten Firmen muss aber aus eigenen Stücken denselben Betrag aufbringen, den sie von der Nasa erhält.

Mit den Geldern sollen die Unternehmen neue Hightechjobs schaffen, ihre Forschungsanstrengungen intensivieren und die Kapazitäten für den Bau privater Raumschiffe fördern. Ein Nebeneffekt soll im Entstehen neuer Märkte liegen.

Unter den Begünstigten befinden sich natürlich die «üblichen Verdächtigen» – die Boeing-Werke und die Sierra Nevada Corporation (SNC), die beide schon seit Jahren bis Jahrzehnten für die Nasa und das US-Militär tätig sind. Die Boeing-Werke bauten schon die bisherigen Raumfähren. Und die Sierra Nevada Corporation arbeitet mit der Nasa und den US-Militärs seit langem bei der Entwicklung komplexer elektronischer Systeme zusammen. Zudem entwickelt die SNC, die fast nur Wissenschafter und Ingenieure beschäftigt, das Raumschiff «Dream Chaser» (Traumjäger), eine Art Miniraumfähre mit Platz für sechs Passagiere.

Bedacht wurden von der Nasa aber auch kleinere Raumfahrtfirmen wie Blue Origin. Das von Amazon-Mitbegründer Jeff Bezos ins Leben gerufene Unternehmen absolvierte mit seiner Rakete «New Shepard» schon einen kurzen Testflug mitsamt Landung.

Hinzu kommen die Paragon Space Development Corporation und die United Launch Alliance. Paragon Space Development ist ein Team von Ingenieuren, das lebenserhaltende Systeme für Raumschiffe baut. Zu seinen Kunden zählen neben der Nasa auch Boeing und der Rüstungskonzern Lockheed Martin. United Launch Alliance ist eine von Boeing und Lockheed Martin gegründete Firma, die Raketentestflüge durchführt.

Die von Barack Obama losgetretene Neuorientierung im All dürfte viel Schwung in die Space-Aktivitäten privater Firmen bringen. Das ist gut so, denn selbst der ehemalige Nasa-Chef Michael Griffin hatte Nasa-intern über das jetzt gestrichene Mond/Mars-Programm gespottet, es handle sich dabei um «Apollo auf Steroiden». Grund: Die Raketentechnik stammte aus den 1960er-Jahren.

Thomas Kohler> (Berner Zeitung)

Erstellt: 03.02.2010, 07:31 Uhr

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