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«Ich bin einer von vielen»

Aktualisiert am 29.12.2009

Die amerikanischen Behörden zweifeln daran, dass der Flugzeug-Attentäter Umar Faruk Abulmutallab alleine gehandelt hat. Zudem gestand die US-Regierung ein, dass die Sicherheitsmassnahmen «kläglich versagt» haben.

1/17 Will sich selber verteidigen: Polizeifoto von Umar Farouk Abdulmutallab.
Bild: Reuters

   

Die Polizei hat eine globale Suche nach möglichen Komplizen des verhafteten Flugzeug-Attentäters Umar Faruk Abdulmutallab gestartet. Eine Befragung des 23-jährigen Nigerianers durch den US-Geheimdienst hat gegenüber der Polizei ausgesagt, dass er im Jemen ausgebildet worden sei und noch weitere Bombenattentate auf Flugzeuge geplant seien. Er sei nur einer von vielen, die im Jemen für Attentate ausgebildet worden seien, so berichten verschieden Medien. Abdulmutallab hatte am ersten Weihnachtsfeiertag ein hochexplosives Pulver in eine Maschine der Northwest Airlines gebracht, das er kurz vor der Landung in Detroit zur Explosion bringen wollte. Er konnte jedoch von Passagieren überwältigt werden. Abdulmutallab ist mittlerweile vom Spital in Detroit ins bundesstaatliche Gefängnis in Milan, Michigan, verlegt worden.

Die Terrorgruppe al-Qaida hat sich bereits zum misslungenen Attentatsversuch bekannt. Der Angriff sei eine Antwort auf einen kürzlich erfolgten amerikanischen Luftangriff gegen eine Al-Qaida-Gruppierung im Jemen gewesen. Tatsächlich haben jemenitische Regierungskräfte mit Hilfe der USA am 17. und 24. Dezember dieses Jahres zwei Luftangriffe gegen angebliche Extremisten im Osten des Landes gestartet. Mindestens 60 Personen sind dabei umgekommen. Weil sich der Jemen zunehmend als Rückzugsgebiet für Al-Qaida-Kämpfer entpuppt, bombardiert die US-Luftwaffe seit einem Jahr vermutete Terroristen-Gruppierungen im Land an der südlichen Spitze der arabischen Halbinsel.

Ausbildung im Jemen

Wie stark der Zusammenhang zwischen Umar Faruk Abdulmutallab und der jemenitischen Al-Qaida-Gruppierung ist, bleibt offen. Nach Angaben der britischen «Times» hat der Nigerianer am 16. Dezember sein Ticket in einem KLM-Reisebüro in der ghanaischen Hauptstadt Accra gekauft. Er muss die Tat also bereits vor den Luftangriffen im Jemen geplant haben. Die jemenitischen Behörden haben zudem bestätigt, dass Abdulmutallab seit August im Land gewesen sei.

Die US-Behörden zweifeln daran, dass Abdulmutallab allein gehandelt hat. Auch die niederländische Militärpolizei geht Angaben von Mitreisenden nach, die den Attentäter vor dem Abflug am Amsterdamer Flughafen mit einem anderen Mann gesehen haben wollen. Zudem gehen die holländischen Behörden den Fragen nach, weshalb Abdulmutallab trotz Warnungen und britischem Einreiseverbot das Flugzeug der Northwest Airline besteigen durfte. Selbst Abdulmutallabs Vater hat die US-Behörden über die extremen religiösen Ansichten seines Sohnes im vornherein gewarnt.

Sicherheit hat «kläglich versagt»

US-Präsident Barack Obama hat mittlerweile aus seinen Ferien in Hawaii verlauten lassen, dass man alle involvierten Personen des Attentatsversuches zur Rechenschaft ziehen werde. Mittlerweile ist in der amerikanischen Presse Kritik gegen das Ministerium für innere Sicherheit aufgekommen, die für den Schutz der amerikanischen Flüge seit dem 11. September 2001 Millionenbeträge investiert hat. Janet Napolitano, Ministerin für innere Sicherheit, hat in einem Fernsehinterview beim US-Fernsehsender ABC zugegeben, dass die Sicherheitsmassnahmen «kläglich versagt» haben. (jak)

Erstellt: 29.12.2009, 14:37 Uhr

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