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Hillary Clintons zweite Tochter

Von Walter Niederberger. Aktualisiert am 09.06.2011 1 Kommentar

Huma Abedin setzt auf Business as usual: Trotz des Skandals ihres Ehemannes Anthony Weiner reist sie mit ihrer Chefin nach Afrika.

1/6 Die Beziehung zwischen der Aussenministerin und der 35-jährigen Beraterin gilt als ungewöhnlich eng und kameradschaftlich: Huma Abedin und Hillary Clinton.
Bild: Keystone

   

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Huma Abedin und Anthony Weiner sind ein ungewöhnliches Paar. Hier der laute, egozentrische und in einen peinlichen Sexskandal verwickelte New Yorker Abgeordnete; da die zurückhaltende, weltgewandte und elegante Tochter aus konservativem Haus, die ihre ganze Karriere an der Seite von Hillary Clinton verbracht hat. Die Eskapaden ihres Mannes hätten sie wütend gemacht und betrübt, sagen ihre Freunde, doch wolle sie sich nichts anmerken lassen. Die Arbeit geht vor.

Praktizierende Muslimin

«Ich habe eine Tochter. Aber hätte ich eine zweite Tochter, dann wäre es Huma», sagte Hillary Clinton letzten Sommer an einer Feier vor der Heirat zwischen Abedin und Weiner. Die Beziehung zwischen der Aussenministerin und der 35-jährigen Beraterin gilt als ungewöhnlich eng und kameradschaftlich; Bekannte vergleichen sie mit der Freundschaft zwischen einer älteren und jüngeren Schwester. Clinton vertraue der um fast 30 Jahre jüngeren Beraterin in allen Belangen und konsultiere sie immer, wenn es um politische Fragen des Mittleren Ostens gehe. Abedin ist geborene Amerikanerin, wuchs aber in Saudiarabien auf. Sie ist praktizierende Muslimin und bewegte ihren Ehemann, einen liberalen Juden, nicht nur dazu, keinen Alkohol mehr zu trinken. Weiner begeht mit ihr auch den Fastenmonat Ramadan.

Nach Abschluss der Hochschule 1995 hoffte sie, eine Karriere beim Fernsehen einzuschlagen, als Kriegsberichterstatterin im Mittleren Osten etwa. Zunächst aber bewarb sie sich als Mitarbeiterin der damaligen First Lady Clinton. Die Zusammenarbeit war hervorragend, wie beide Frauen später bestätigten. Clinton sei «unwiderstehlich» gewesen, sagte Abedin dem Magazin «Vogue», das der modischen Frau eine ganze Doppelseite gewidmet hatte. Rasch erwarb sie sich den Ruf der zuverlässigen, zurückhaltenden Vertrauten der Präsidentenfrau; eine Rolle, die sie während der Turbulenzen im Weissen Haus und später im Wahlkampf gegen Barack Obama noch festigte. «Abedin hat die Energie einer Frau in ihren 20ern, das Vertrauen einer Frau in den 30ern, die Erfahrung einer Frau in den 40ern und die Würde einer Frau in ihren 50er», schwärmt die Aussenministerin.

Kein Kommentar

Die elegante Frau bewahrt auch dann ruhig Blut, wenn die reich befrachtete Agenda der Chefin zusammenzubrechen droht. Beide gelten als arbeitssüchtig, was vielleicht erklärt, warum wenig über das Privatleben bekannt ist. Einmal wurde sie mit dem Schauspieler John Cusack in Verbindung gebracht; ein anderes Mal soll George Clooney ihr den Hof gemacht haben. Genau vor einem Jahr gab sie schliesslich dem Abgeordneten Weiner das Jawort, offenbar überzeugt von seiner Hartnäckigkeit und seinem Charme. An der Traufeier agierte Bill Clinton als Heiratsbevollmächtigter. Die Tischrede bereicherte der Ex-Präsident mit einem etwas schiefen Scherz, der im Rückblick aber durchaus prophetisch erscheint. Einen Politiker zu heiraten, sei schwer, so Clinton, «ist es doch einfach, ihm zu misstrauen, und zwar unabhängig von der Religion».

Wie es mit dem Ehepaar weitergeht, ist unklar. Weiner glaubt, dass ihn seine Frau nicht verlassen wird. Abedin enthielt sich jeden Kommentars. Schon einen Tag nach dem peinlichen Geständnis ihres Mannes packte sie wieder die Koffer und reiste zusammen mit ihrer Chefin und Vertrauten für eine Woche nach Afrika. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 08.06.2011, 21:38 Uhr

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1 Kommentar

Philipp Michael

09.06.2011, 14:37 Uhr
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Was Anthony Weiner gemacht hat, ist natürlich zu verurteilen. Aber von Sexskandal zu sprechen, und ihn so in die Schublade von Gingrich, Clinton, Edwards etc. zu schmeissen, ist übertrieben und unsachlich. Antworten



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