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Gefängnisdirektor liess wegen Tsunami Schwerverbrecher frei

Aktualisiert am 05.03.2010

Unverhoffte Freiheit hat das schwere Erdbeben in Chile rund hundert Gefängnisinsassen beschert. Viele der Insassen seien Wiederholungstäter und Schwerverbrecher.

Riss Häuser regelrecht auseinander: Erdbeben in Concepcion.

Riss Häuser regelrecht auseinander: Erdbeben in Concepcion.
Bild: Keystone

Ein Direktor eines Gefängnisses in der stark betroffenen Stadt Constitución berichtete am Donnerstag, er habe angesichts der drohenden Flutwellen 103 Insassen freigelassen. «Wir liegen nah am Meer und ich konnte sie nicht einfach dort eingesperrt sterben lassen», sagte er. Seit der schweren Naturkatastrophe, bei der mehr als 800 Menschen starben, seien 70 der Häftlinge wieder aufgegriffen und in ein anderes Gefängnis gebracht worden.

«Wir waren die letzten, die die Stadt verliessen», berichtete der Gefängnisdirektor. Viele der Insassen seien Wiederholungstäter und Schwerverbrecher. Er habe sie nicht leichten Herzens freigelassen, da dies obendrein Panik in der Bevölkerung schüren könne.

«Doch das Beben hatte sie sehr verstört, sie sind buchstäblich die Wände hochgegangen.» Aus Angst vor dem Tsunami habe er sich schliesslich entschlossen, sie freizulassen. (sam/sda)

Erstellt: 05.03.2010, 10:37 Uhr

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