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FBI-Informant hielt «heilige Krieger» mit Marihuana und Geld bei Laune

Von Martin Kilian, Washington. Aktualisiert am 26.05.2009

Die Männer, die in New York den schwersten Anschlag seit dem 11. September 2001 geplant haben sollen, sind klassische Verlierer.

Wahrscheinlich gar nicht so gefährlich: FBI-Agenten führen einen mutmasslichen Terroristen ab.

Wahrscheinlich gar nicht so gefährlich: FBI-Agenten führen einen mutmasslichen Terroristen ab.
Bild: Keystone

Drei von ihnen sassen wegen Drogenverkäufen im Knast. Und der vierte ist derart geistig verwirrt, dass ihn ein amerikanischer Immigrationsrichter nicht in sein Heimatland Haiti abschieben wollte. Er sei zu gestört, befand der Richter. Vergangene Woche sorgte das Quartett weltweit für Schlagzeilen: Das FBI nahm die drei Afroamerikaner und den Haitianer am Mittwoch fest, weil sie angeblich versucht hatten, in New York zwei Synagogen in die Luft zu sprengen.

«Amateure» ohne internationale Verbindungen

Bürgermeister Michael Bloomberg versicherte den beunruhigten New Yorkern am Freitag, es habe sich bei den vier Terror-Tatverdächtigen um «Amateure» ohne internationale Verbindungen gehandelt. Doch je mehr über die vier «Amateure» bekannt wird, desto lauter werden die Fragen über die Rolle eines FBI-Informanten, der den Verschwörern allerlei Versprechungen machte und sie mit Geld und Marihuana bei Laune hielt.

Alle vier sind klassische Verlierer: Der angebliche Rädelsführer, James Cromitie, 44, ist dutzendfach wegen Drogenvergehen vorbestraft und konvertierte wie seine vermeintlichen Mitverschwörer David Williams, 28, und Onta Williams, 32, im Knast zum Islam. Allerdings zur entspannten Version, denn Nachbarn berichteten, die Männer hätten oft und gern auf der Veranda von Cromities Haus in Newburgh im Staat New York Barbecue vom Schwein verzehrt und dazu Alkohol getrunken. Der vierte im Bund, der Haitianer Laguerre Peyen, sass wegen Körperverletzung 15 Monate ein und leidet an Schizophrenie.

FBI-Informant war möglicher Antreiber

Auf Trab brachte das Quartett der FBI-Informant Shahed Hussain alias «Maqsood», ein Immigrant aus Pakistan. «Wenn wir etwas brauchten, hat Maqsood immer geholfen», sagt Cromities Freundin Kathleen Baynes. Der Informant versprach dem arbeitslosen Cromitie einen Job und sogar einen schwarzen Mercedes. Er gab ihm Cash und eine Kamera. Ausserdem versorgte er die Männer mit Marihuana. Cromities ältere Schwester Wanda Walker fiel aus allen Wolken, als sie von seiner Verwicklung in den vermeintlichen Anschlag hörte. Ihr Bruder sei «der dümmste Mann auf diesem Planeten», reagierte sie ungläubig.

Dem Mitangeklagten David Williams versprach «Maqsood», er werde sich um eine Leberverpflanzug für seinen schwerkranken jüngeren Bruder kümmern. Und als Williams im New Yorker Stadtteil Queens im Februar vor Gericht musste, weil er einer Frau in einem Bus an den Hintern gefasst hatte, zahlte «Maqsood» die Strafe für den Grabscher. Kathleen Baynes zu Folge drängte sich «Maqsood» ihrem Boyfriend Cromitie geradezu auf: «Es war, als stellte er ihm nach». Manchmal habe sich James Cromitie «hinter dem Sofa» versteckt, wenn der FBI-Informant mal wieder an der Haustür klingelte. Die Mutter von David Williams berichtet, der Informant habe versprochen, die Krankenhausrechnungen für Williams jüngeren Bruder zu bezahlen. Der Pakistaner habe die vier Männer «in eine Falle gelockt», behauptet die Mutter gegenüber der New Yorker Zeitung «Daily News».

Informant ist kein unbeschriebenes Blatt

Das FBI widerspricht: «Wir locken niemanden in eine Falle oder ermutigen ihn, ein Verbrechen zu begehen, wir unterstützen nur ihre Wünsche», so Joseph Demarest, der Chef des New Yorker FBI-Büros. Sein Informant aber ist kein unbeschriebenes Blatt: Vor einigen Jahren spielte «Maqsood» einen Waffenhändler, der angeblich eine Rakete verkauft hatte, mit der ein pakistanischer Diplomat ermordet werden sollte. Zwei Männer aus Albany im Staat New York, Mohammed Hossein und Yassin Aref, halfen «Maqsood», den «Erlös» vom Verkauf der Rakete zu waschen. Beide wurden zu je 15 Jahren Gefängnis verurteilt. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 26.05.2009, 08:53 Uhr

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