Exxon-Chef will kein Fracking vor der eigenen Haustür

HintergrundWeil er um den Wert seiner Villa fürchtet, schloss sich Exxon-Chef Rex Tillerson kürzlich einer Klage gegen die umstrittene Gasgewinnungsmethode an.

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Rex Tillerson ist Vorstandsvorsitzender des globalen Energiekonzerns Exxon. In dieser Rolle befürwortet Tillerson, der rund 40 Millionen Dollar pro Jahr verdient, die Suche nach neuen fossilen Brennstoffen. Auch Fracking, wie das hydraulische Aufbrechen von Schiefergestein zur Förderung von Gas und Öl bezeichnet wird, ist für Tillerson eine Selbstverständlichkeit. «Solange wir als Industrie gute Ingenieurpraktiken anwenden, sind die Risiken völlig kontrollierbar», sagte Tillerson 2012 an die Adresse der Skeptiker von Fracking-Methoden.

Mit einiger Überraschung wurde in den Vereinigten Staaten deshalb registriert, dass sich Tillerson einer Klage von Nachbarn gegen einen 50 Meter hohen Wasserturm angeschlossen hat, der für Fracking-Bohrungen in der Nähe seines auf fünf Millionen Dollar geschätzten Anwesens im texanischen Bartonville nahe Dallas benötigt wird. Die Klage der Anwohner richtet sich gegen «Lärmbelästigung sowie Verkehrsgefährdungen», die Fracking und der Bau des Wasserturms mit sich brächten.

«Überflüssige Regulierungen» bei Fracking beklagt

Gegenüber dem «Wall Street Journal» erklärte Tillersons Anwalt Michael Whitten, sein Mandant sei vor allem wegen der Auswirkungen von Fracking auf den Wert seines Anwesens besorgt – wie viele andere Amerikaner, deren Häuser sich in der Nähe von Fracking-Bohrungen befinden. Auf Anfrage des «Journal» betonte Exxon, «nicht involviert» zu sein in Tillersons Klage.

Der Spitzenmanager hatte Fracking in der Vergangenheit oft verteidigt und 2012 «überflüssige Regulierungen» beklagt, die «die Erholung der amerikanischen Wirtschaft, ihr Wachstum und ihre globale Wettbewerbsfähigkeit behindern». In den vergangenen Jahren reichten zahlreiche US-Bürger Klagen gegen Fracking-Firmen ein, weil sie unter anderem eine Verseuchung ihrer Wasserversorgung befürchten.

Der demokratische Kongressabgeordnete Jared Polis aus dem Staat Colorado begrüsste, dass Tillerson die Klage seiner Nachbarn mittrage. US-Bürger im gesamten Land kämpften seit Jahren gegen die Folgen von Fracking. «Wir sind höchst erfreut, dass sich der Vorstandsvorsitzende eines grossen internationalen Öl- und Gaskonzerns unserer schnell wachsenden Schar angeschlossen hat», so Polis. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

(Erstellt: 27.02.2014, 20:32 Uhr)

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