«Einige Typen haben darüber geredet, ihn zu verprügeln»

Aktualisiert am 21.07.2009

Um 7 Uhr aufstehen, sieben Stunden gravieren und essen, was die Gefängnisküche hergibt. Der Milliardenbetrüger Bernard Madoff trifft im Gefängnis auf amerikanische Knastprominenz – und auf einige schwere Jungs, die ihn nicht besonders mögen.

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Hier sitzt Madoff bis zum Ende seines Lebens: Das Gefängnis Butner in North Carolina.
Bild: Keystone

   

«Er passt hier perfekt hin und hat mit niemandem Probleme», sagte ein Mitarbeiter der Justizvollzugsanstalt Butner im US-Bundesstaat North Carolina der «New York Post». Das sieht allerdings ein Verwandter eines Insassen anders. Einige Sträflinge seien nicht gut auf den verurteilten Milliardenbetrüger zu sprechen. Sie würden überlegen, Madoff einzubläuen, wer im Gefängnis das Sagen habe. «Einige Typen haben darüber geredet, ihm eine Tracht Prügel zu verabreichen, allein schon wegen des Aufsehens», zitierte die «New York Post» den Gefängnisbesucher.

In T-Shirt und Baumwollhosen

Der 71-Jährige arbeite täglich sieben Stunden in einer Abteilung, in der Gravuren hergestellt werden, so der Gefängnismitarbeiter. Madoff graviert in seiner Arbeit dem Bericht zufolge Namensschilder für Türen und Schreibtische. Essen muss Madoff, was die Gefängnisküche hergibt: Am Donnerstag, dem 16. Juli, stand beispielsweise Fischfilet mit Makkaroni und Käse auf der Speisekarte. Mit dem Geld, das Madoff in der Werkstatt verdient, kann er sich laut «New York Post» im Gefängnisladen Lebensmittel kaufen und in seiner eigenen Zelle kochen. Bislang esse er allerdings gemeinsam mit den anderen Gefangenen.

Nachmittags ist Erholung angesagt. Während seiner Freizeit darf Madoff auf dem Hof des Gefängnisses mit anderen Häftlingen sitzen, reden oder spielen. «Madoff sass dort mit anderen Insassen herum und guckte Gefangenen beim Dominospielen zu», sagte der Kenner des Gefängnisses der «New York Post». Bekleidet sei der Verurteilte mit einem T-Shirt und Baumwollhosen, wie jeder andere Gefangene auch. «Er ist ein normaler Typ», zitierte die «New York Post» ihre Quelle.

Mit dem «blinden Scheich» unter einem Dach

Madoff war Ende Juni zu 150 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Er hatte über Jahre hinweg zahlreiche Anleger mit einem komplexen Pyramidensystem um Milliarden Dollar betrogen. Zu seinen Opfern zählten Banken, Wohltätigkeitsorganisationen und Privatleute, darunter viele Prominente.

Wo Madoff untergebracht ist, sitzen überwiegend Straftäter ein, die wie der frühere Star an der Wallstreet Betrüger waren, aber kaum Gewalttäter. Sie dürfen untereinander Kontakt haben. Unter ihnen befinden sich auch prominente Schwerverbrecher wie der Terrorist Omar Abdel Rahman. Der als «blinder Scheich» bekannte Ägypter gilt als Drahtzieher eines Bombenanschlags auf das World Trade Center in New York im Jahr 1993 – rund acht Jahre vor den Terroranschlägen vom 11. September 2001. (cpm)

Erstellt: 21.07.2009, 14:22 Uhr

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