Ein Erfolg für Barack Obama, aber der Zeitdruck bleibt
Von Martin Kilian, Washington. Aktualisiert am 07.08.2009
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«Wir können uns aus diesem Problem nicht herausschiessen»: Mit diesen Worten hatte Barack Obamas Antiterror-Berater John Brennan am Mittwoch scharf mit George W. Bushs «Krieg gegen den Terror» abgerechnet und zugleich angekündigt, die Obama-Administration werde künftig mehr Gewicht auf eine Verbesserung der Lebensbedingungen in Staaten wie Pakistan und Afghanistan legen.
Ein Problem weniger
Einen Tag später aber schoss man sich zumindest ein Problem vom Hals: Der Tod des pakistanischen Taliban-Führers Baitullah Mehsud wurde in Washington umso mehr als Erfolg gewertet, weil er den pakistanischen Vorwurf entschärfte, dass die amerikanischen Attacken in Pakistan zu sehr auf Al-Qaida-Ziele abgestellt seien. Um die Regierung in Islamabad zu beschwichtigen, hatte das amerikanische Aussenministerium schon vor Wochen für Mehsud ein Kopfgeld in Höhe von fünf Millionen Dollar ausgelobt.
Mehsuds Tod wird freilich nicht verhindern, dass die Afghanistan-Politik von Obama zusehends unter innenpolitischen Druck gerät. Besonders der progressive Flügel der Demokratischen Partei fordert klare Vorgaben für das weitere Vorgehen und wehrt sich gegen ein zeitlich unbefristetes Engagement. Und trotz der Aufstockung der amerikanischen Truppen in Afghanistan wird die Lage dort und in Pakistan als problematisch eingeschätzt.
Zwei Jahre Zeit
David Kilcullen, ein renommierter Experte für Guerillabekämpfung und «asymmetrische» Kriege, der General Davis Petraeus im Irak beriet und jetzt dem Afghanistan-Oberbefehlshaber Stanley McChrystal zur Seite stehen wird, warnte, die Vereinigten Staaten hätten in Afghanistan etwa zwei Jahre Zeit, um die Dinge zum Besseren zu wenden. Andernfalls «werden wir verlieren und nach Hause gehen». Auf Druck des Kongresses hat die Obama-Administration unter Leitung von Sicherheitsberater Jim Jones einen Katalog von Messwerten ausgearbeitet, der eine bessere Einschätzung der Situation ermöglichen und insbesondere politische und wirtschaftliche Fortschritte anzeigen soll.
Neun von zwanzig getötet
Bereits im April hatte die Administration zudem entschieden, die Einsätze unbemannter CIA-Drohnen zu verstärken. Während einerseits die Kritik an den zivilen Kollateralschäden der Raketenangriffe immer lauter geworden ist, verweist die Regierung Obama auf den Erfolg der Einsätze: Neun von zwanzig hochrangigen Al-Qaida-Kaderleute in Pakistan seien durch die Drohnen getötet worden. Auch erlaubten diese genaue Videobeobachtungen möglicher Ziele, sodass die Zahl ziviler Opfer in Grenzen gehalten werde.
Die Kommandozentrale für die Einsätze befindet sich im CIA-Hauptquartier in Langley nahe Washington, wo Analysten den Videoaufnahmen der Drohnen folgen, indes Mitarbeiter des elektronischen Nachrichtendienstes NSA den Telefon- und Funkverkehr der Taliban überwachen. So ergaben Drohnen-Videos und Telefonate den Aufenthaltsort von Mehsud in Waziristan. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 07.08.2009, 23:11 Uhr
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