Die Schweiz hilft später
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Nach dem verheerenden Erdbeben in Haiti schickt der Bund ein Soforteinsatzteam auf die Karibikinsel. Die Rettungskette wird aber nicht aufgeboten - zu gross sei das Chaos im Katastrophengebiet.
Die Kommunikation in Haiti sei sehr schwierig. Die Strassen seien blockiert und der Zugang zum Flughafen sei nur beschränkt möglich, sagte Toni Frisch, der stellvertretende Leiter der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA), am Mittwochabend gegenüber dem Westschweizer Radio RSR. So mache es keinen Sinn, 60 bis 100 Rettungspersonen aufzubieten.
Delegation bricht am Donnerstag auf
Nach Abklärungen mit der Uno und mit Partnerorganisationen sei jedoch beschlossen worden, 18 Experten der Humanitären Hilfe des Bundes in das Katastrophengebiet zu entsenden. Gemeint sind Fachleute für Logistik, Sicherheit, Wasserversorgung und Notunterkünfte.
Sie sollen am Donnerstag in die Erdbebenregion aufbrechen, wie das das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) mitteilte. Bereits am Mittwochmorgen flog ein Vorausdetachement mit fünf Experten in Richtung Haiti ab, um den Einsatz vorzubereiten.
Gemeinsam mit dem Schweizerischen Roten Kreuz (SRK) wird zudem die Lieferung von Medikamenten, Plastikplanen und Hygiene-Sets vorbereitet. Diese Hilfsgüter sollen am Freitag nach Haiti gebracht werden.
Mehjähriges Engagement nötig
Frisch kündigte zudem am Mittwochabend ein «mehrjähriges Engagement» der Schweiz in dem Karibikstaat an. «Ich gehe davon aus, dass wir sicher mehrere Jahre in der Nothilfe, der Überlebenshilfe, dem Wiederaufbau und auch der Prävention von Naturkatastrophen in Haiti tätig sein werden», sagte Frisch in der «Rundschau» des Schweizer Fernsehens. Das Erdbeben sei für das bitterarme Land der «Supergau».
Die haitianische Regierung geht von Tausenden oder sogar Hunderttausenden Toten aus. Das EDA hatte am Mittwoch keine Hinweise auf Schweizer Opfer. Auf der Karibikinsel leben rund 150 Schweizer Bürger.
Glückskette schickt fünf Helfer
Schweizer Hilfe für Haiti ist auch von Seiten der Hilfswerke unterwegs. Die Glückskette sprach 2,5 Millionen Franken. Das SRK, einer der Partner der Glückskette, will in den nächsten Tagen ein fünfköpfiges Logistik-Team vor Ort schicken.
«Es ist sehr schwierig, sich in Port-au-Prince zu bewegen, um die Bedürfnisse festzustellen», zitierte das Rote Kreuz den Leiter der IKRK-Delegation in Haiti, Riccardo Conti. Derzeit würden Vorräte an Gebrauchsgütern für bis zu 10'000 Familien bereitgestellt.
MSF-Spital beschädigt
Ärzte ohne Grenzen (MSF) meldeten, dass eines ihrer Spitäler in Haiti schwer beschädigt sei. Auch eine Nothilfestation für Geburtshilfe sei betroffen. Trotzdem hätten 350 Personen behandelt werden können, teilte MSF mit.
«Wenigstens sind viele Hilfsorganisationen schon im Land», sagte Priska Spörri, Sprecherin der Glückskette. «Das ist hilfreich, damit wir mit der Nothilfe zügig beginnen können.» Die Glückskette arbeitet mit etwa 30 Schweizer Hilfswerken zusammen. (oku/sda)
Erstellt: 13.01.2010, 22:23 Uhr
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