Die Hilfe steckt im Stau
Von Paisley Dodds, ddp. Aktualisiert am 03.02.2010 3 Kommentare
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«Es gibt keine Führungsstruktur. Und seit unser Nachschub der haitischen Regierung unterstellt ist, müssen wir auf die Sachen warten, obwohl sie sich im Lager stapeln», erklärt der US-amerikanische Arzt Rob Maddox, der im Allgemeinkrankenhaus der Hauptstadt hilft. «Die Situation ist einfach Wahnsinn.»
Bei der Flugsicherung sind 2.550 ankommende Flüge bis zum 1. März angemeldet, doch rund 25 am Tag nehmen ihren Landetermin nicht wahr. Kommunikationspannen zwischen Haitianern und ausländischen Helfern sind an der Tagesordnung. «Hilfsgüter hängen auf dem Flughafen Port-au-Prince fest; sie kommen nicht zur Verteilung», berichtet der Manager eines Flugdiensts aus Florida.
Kartons bis an die Decke
Im düsteren Lagerraum des Krankenhauses in der Hauptstadt stapeln sich Kartons bis an die Decke. Auf Tischen türmen sich Medikamente, Verbandszeug und anderes Material. Darüber wacht ein Haitianer und hakt in einem Notizbuch sorgfältig alle Ein- und Ausgänge ab. Seit Einheimische das Lager übernommen hätten, so klagen Ärzte, gehe lebensrettende Zeit für das Ausfüllen überflüssiger Formulare drauf.
Hilfsorganisationen berichten von logistischen Schwierigkeiten: der kaum funktionierende Behördenapparat, der Rückstau der Flüge, der beschädigte und zu kleine Hafen, verstopfte Landstrassen zu Flugplätzen ausserhalb und in die Dominikanische Republik und Sicherheitsprobleme. Die verteilten Mengen an Lebensmitteln und Trinkwasser hätten sich in den vergangenen zehn Tagen verdoppelt, heisst es. Doch Helfer verzweifeln allmählich daran, wie lange es dauert, bis andere Hilfsgüter aus den Lagern der UN ausgeliefert werden.
Ankauf im Land selbst
Über 100 Schiffe sind nach UN-Angaben derzeit nach Haiti unterwegs, doch die Kapazität des Hafen von Port-au-Prince ist begrenzt. Zum Löschen der Fracht sind die Schiffe auf ihre eigenen Kräne angewiesen. Vom Hafen am östlichen Stadtrand in den Westen zu gelangen, kann mehr als drei Stunden dauern. Nachts zu fahren, ist nicht drin: Es gibt kaum eine funktionierende Strassenlaterne, und obdachlose Bebenopfer schlafen mitten auf der Fahrbahn. Aus Furcht vor Überfällen nehmen die meisten Hilfskonvois bewaffneten Begleitschutz mit.
Die Organisationen lassen sich einiges einfallen, um die Engpässe zu umgehen. So richtete das Amerikanische Rote Kreuz eine «Bootsbrücke» ein, um Ladung von einem vor dem Hafen ankernden Schiff an Land zu bringen. Eine andere Möglichkeit zur Stauvermeidung wäre es, Hilfsgüter im Land selbst anzukaufen, rät Edward Rees vom Peace Dividend Trust. Er habe einen Reishändler getroffen, «der ist entgeistert über all den Reis, der hier eingeflogen wird, während seine eigenen Lager noch halbvoll sind». (Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 03.02.2010, 15:03 Uhr
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3 Kommentare
Hauptsache die Amerikaner machen es nicht. Egal was die Konsequenzen sind. Die Verwaltung von Haiti hat doch schon vor dem Erdbeben nicht funktioniert. Auch wenn die Amis nicht immer sympathisch sind habe sie die Logistik sicher besser im Griff. Zudem stellen sie die meisten mitteln zur Verfügung Antworten
Ich verstehe nicht, wie man die Organisation den Einheimischen übergeben konnte. Was vorher schon nicht klappte, kann in der jetzigen Situation doch gar nicht funktionnieren. Das Land hat um Hilfe gebeten und millionen Menschen helfen gerne, aber wenn man das Gefühl bekommt, das ganze versumpfe wieder in Chaos und Korruption überlegt man sich bei der nächsten Katastrophe, ob man noch helfen will. Antworten
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