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Deutlich weniger Erdbeben-Tote in Chile

Aktualisiert am 05.03.2010

Fatale Tsunami-Entwarnung, mangelhafte Hilfe, falsche Opferzahlen: Die chilenische Regierung kommt nicht aus der Kritik heraus.

1/7 Zerstörte Häuser in Dichato.
Bild: Keystone

«Da waren die Schreie und dann eine furchtbare Stille»

   

Die chilenische Regierung hat eine dreitägige Staatstrauer zum Gedenken an die Opfer des Erdbebens angeordnet. Sie solle am Sonntag um Mitternacht beginnen, teilte Vize-Innenminister Patricio Rosende am Donnerstag (Ortszeit) mit. Präsidentin Michelle Bachelet rief die Bürger auf, als Zeichen der Solidarität mit den Opfern während der Staatstrauer an jedem Haus eine chilenische Flagge aufzuhängen.

Die Behörden teilten zudem mit, nach dem Erdbeben vom vergangenen Wochenende seien bislang 279 Tote identifiziert worden. Unklar sei, wie viele Menschen insgesamt gestorben seien, sagte Rosende. Es gebe noch unidentifizierte Leichen, aber frühere Opferzahlen seien wahrscheinlich ungenau gewesen, weil darin nicht scharf zwischen Getöteten und Vermissten unterschieden worden sei. Zuvor war von 802 Toten die Rede gewesen.

Zu den bisher nicht identifizierten Todesopfern wollte sich Rosende nicht äussern. Auch konnte er keine Schätzungen über die Zahl der Vermissten oder Verletzten machen.

Neue Kritik

Die fehlerhaften Angaben zu den Todeszahlen löste neue Kritik an der Regierung aus. Sie war schon zuvor wegen der fatalen Tsunami- Entwarnung am Tag des Erdbebens am vergangenen Samstag sowie des späten Einsatzes von Truppen gegen Plünderer im Katastrophengebiet und des späten Eintreffens von Hilfsgütern für die Millionen Hilfsbedürftigen angegriffen worden.

Für Freitagvormittag wurde Uno-Generalsekretär Ban Ki-moon zu einem zweitägigen Solidaritätsbesuch in der Erdbebenregion erwartet. Das Erdbeben der Stärke 8,8 hatte Chile in der Nacht zum Samstag erschüttert. Die Schäden nur an der Infrastruktur wurden unterdessen auf etwa 30 Milliarden Dollar geschätzt. (vin/sda)

Erstellt: 05.03.2010, 09:29 Uhr

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