Ausland

Detroit-Bomber narrte Kontrolleure im Amsterdamer Flughafen

Der 23-jährige Nigerianer, der an Bord eines US-Flugzeugs versuchte, einen Sprengsatz zu zünden, war schon vor der Landung in Amsterdam im Besitz des Sprengstoffs.

1/17 Will sich selber verteidigen: Polizeifoto von Umar Farouk Abdulmutallab.
Bild: Reuters

   

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Test mit Sprengstoff

Sprengstoff auf Flug nach Dublin nicht entdeckt

Auf einem Flug von der Slowakei nach Irland ist ein von slowakischen Beamten eingeschmuggeltes Sprengstoffpaket bei den slowakischen Sicherheitskontrollen unentdeckt geblieben. Dadurch wurde ein 49-jähriger Slowake bei der Ankunft in Dublin zunächst festgenommen, am Dienstag aber wieder auf freien Fuss gesetzt. Slowakische Beamte hatten nach irischen Angaben explosives Material in das aufgegebene Gepäck von neun Passagieren eingeschmuggelt, um die Effizienz der Kontrollsysteme zu testen. Ein Gepäckstück mit 90 Gramm Sprengstoff wurde nicht aufgehalten und gelangte bis nach Dublin. Die irischen Streitkräfte betonten, das Material habe zu keiner Zeit eine Gefahr für die Fluggäste dargestellt, da es nicht mit anderen Bestandteilen einer Bombe verbunden gewesen sei. (ap)

Der verhinderte Detroit-Bomber hat den Plastiksprengstoff in seiner Unterhose nach Überzeugung von Ermittlern aus Nigeria mitgebracht und nicht erst in Amsterdam bekommen. Das habe unter anderem die Auswertung von rund 200 Stunden Bildmaterial verschiedenster Überwachungskameras auf dem Amsterdamer Airport Schiphol ergeben, teilte die niederländische Staatsanwaltschaft am Dienstagabend mit. Es könne ausgeschlossen werden, dass der Nigerianer, der am ersten Weihnachtsfeiertag versuchte, ein US-Passagierflugzeug beim Anflug auf Detroit zum Absturz zu bringen, den Sprengstoff von Kumpanen in Schiphol bekam.

Befragung und Kontrolle in Amsterdam

Der 23-jährige Umar Farouk Abdulmutallab habe sich nach der Ankunft mit einer Maschine der niederländischen Gesellschaft KLM etwa eine Stunde im Transitbereich von Schiphol aufgehalten, erklärten Ermittler. Bevor er an Bord der US-Maschine gelassen wurde, habe er die herkömmliche Personenkontrolle passiert, ohne dass der Sprengstoff entdeckt wurde. Laut Staatsanwaltschaft musste sich Abdulmutallab einer Befragung und einer Kontrolle unterziehen.

Niederländische Spezialisten untersuchen noch den beschlagnahmten Sitz des Nigerianers in der KLM-Maschine auf eventuelle Mikro-Spuren des Sprengstoffs. Zudem werden noch Personen vernommen, die mit dem Attentäter seit dem Einchecken in Nigeria Kontakt hatten - darunter Passagiere, aber auch Mitarbeiter der Personenkontrolle am Airport in Lagos.

Der 23-jährige Nigerianer hatte am 25. Dezember versucht, einen mit fast 300 Menschen besetzten Airbus der Northwestern Airlines kurz vor der Landung in die Luft zu sprengen. Er wurde jedoch überwältigt.

60 Körperscanner für Airport Schiphol

Als Konsequenz aus dem nur von beherzten Fluggästen vereitelten Sprengstoffanschlag haben die Niederlande als erstes Land Europas die Einführung routinemässiger Passagierkontrollen mit Körperscannern beschlossen.

Der Amsterdamer Flughafen hat dafür inzwischen 60 Scanner einer neuen Gerätegeneration geordert. Sie sollen die Kontrollierten zwar bis auf die Haut durchleuchten, so dass am Körper versteckter Sprengstoff erkennbar wird, jedoch keine Nacktbilder erzeugen. (vin/sda/ap/)

Erstellt: 05.01.2010, 22:46 Uhr

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