Der Krieg gegen den Terror
Von Vincenzo Capodici. Aktualisiert am 09.09.2011 2 Kommentare
(Bernerzeitung.ch/Newsnet)
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3. September 2011
US-Regierung warnt ihre Bürger
Die amerikanische Regierung ruft mit Blick auf den zehnten Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001 alle US-Bürger in der Welt zu erhöhter Aufmerksamkeit auf. Es gebe keine konkrete Bedrohung, doch das Terrornetzwerk al-Qaida habe «sein Interesse und seine Fähigkeit gezeigt, Anschläge gegen die USA und ihre Interessen in der Welt auszuüben». Gleichzeitig verbreiten die Behörden eine landesweite Terrorwarnung. Das FBI und das Heimatschutzministerium befürchten insbesondere Anschläge mit Kleinflugzeugen. Noch Anfang dieses Jahres habe al-Qaida über Möglichkeiten nachgedacht, Kleinflugzeuge zu chartern und diese mit Sprengstoff zu beladen.
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1. September 2011
Europarat kritisiert Menschenrechtsverletzungen
Der Europarat wirft den europäischen Staaten anlässlich des bevorstehenden zehnten Jahrestags von 9/11 schwere Fehler und Menschenrechtsverletzungen im Kampf gegen den Terror vor. Beim Versuch, Verbrechen zu bekämpfen, die Terroristen zugeschrieben worden seien, seien zahlreiche weitere Verbrechen begangen worden, kritisiert der Menschenrechtsbeauftragte Thomas Hammarberg in Strassburg. -
29. August 2011
US-Muslime fühlen sich diskriminiert
Für viele in den USA lebende Muslime sind die im Land üblichen Massnahmen zur Terrorabwehr ein Ärgernis. Laut einer Umfrage fühlt sich mehr als die Hälfte dadurch benachteiligt. Die Befragten beklagen eine Zunahme von Überwachung und berichten von Beschimpfungen, Drohungen und Schikanierungen durch Personal der Flughafensicherheit und Polizei. Es gebe ein anhaltendes Gefühl, Opfer eines wachsenden antimuslimischen Ressentiments in der Gesellschaft zu sein, sagt Ibrahim Hooper, Sprecher des Rates für Amerikanisch-Islamische Beziehungen in Washington.
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28. August 2011
USA melden Tötung von Al-Qaida-Vize
Fast vier Monate nach dem Tod von Osama Bin Laden muss das Terrornetzwerk al-Qaida einen weiteren schweren Schlag hinnehmen: Wie ein ranghoher US-Regierungsvertreter mitteilt, wurde die mutmassliche Nummer zwei von al-Qaida, Attija Abdel Rahman, in der nordwestpakistanischen Stammesregion Waziristan getötet. Offenbar kam Rahman bei Luftangriffen von amerikanischen Drohnen ums Leben. -
25. August 2011
Ex-Vizepräsident verteidigt Waterboarding
Der frühere US-Vizepräsident Dick Cheney verteidigt in einem TV-Interview das so genannte Waterboarding - allerdings nur solange die umstrittene Verhörmethode nicht bei Amerikanern angewandt wird. Cheney war nach den Anschlägen vom 11. September 2001 massgeblich an der Einführung von als brutal kritisierten Verhörmethoden gegen Terrorverdächtige beteiligt gewesen. Als Waterboarding wird eine Foltermethode des simulierten Ertränkens bezeichnet. -
16. Juni 2011
Die neue Nummer 1 von al-Qaida
Der neue Al-Quaida-Chef heisst Ayman al-Zawahiri. Gemäss einer islamistischen Internetseite ist der der 60-jährige Ägypter zum neuen Anführer des Terrornetzes bestimmt worden. Das «Generalkommando» der al-Qaida habe beschlossen, dass al-Zawahiri als «Emir» der Organisation den «Heiligen Krieg» fortsetzen solle. Die US-Behörden setzen für seine Ergreifung eine Belohnung von 25 Millionen Dollar aus.
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1. Juni 2011
Drahtzieher von 9/11 angeklagt
Fast zehn Jahre nach den Anschlägen vom 11. September 2001 wird nun Anklage gegen die mutmasslichen Drahtzieher erhoben – vor den Militärtribunalen in Guantánamo. Khalid Sheikh Mohammed und vier weiteren Verdächtigen werden unter anderem Terrorismus, Angriffe auf Zivilisten und Flugzeugentführung zur Last gelegt, wie das Pentagon mitteilt. -
2. Mai 2011
US-Spezialeinheit tötet Osama bin Laden
Der meistgesuchte Terrorist der Welt ist tot. Osama Bin Laden sei in seinem Versteck nahe der pakistanischen Hauptstadt Islamabad getötet worden, sagt US-Präsident Barack Obama in einer Fernsehansprache in Washington. Eine US-Spezialeinheit habe den al-Qaida-Chef bei einem Gefecht getötet. «Der Gerechtigkeit ist Genüge getan», erklärt Obama. Nach Obamas Angaben erhielt die US-Regierung im August 2010 erste Hinweise auf den Unterschlupf Bin Ladens. In der vergangenen Woche habe er ausreichend Informationen gehabt und sich entschlossen zu handeln, sagt Obama. Er betont, dass mit dem Tod Bin Ladens der Kampf gegen den Terrorismus nicht zu Ende sei – und dass sich die Amerikaner nicht im Krieg mit dem Islam befänden. -
1. Mai 2010
Attentatsversuch am New Yorker Times Square
Der pakistanischstämmige US-Amerikaner Faisal Shazad versucht am Times Square in New York, eine Autobombe zu zünden. Das Attentat misslingt, weil Polizisten rechtzeitig die Bombe entdecken und entschärfen können. -
28. Dezember 2009
Dritte Front der USA im Krieg gegen den Terror
Die USA bauen im Jemen eine neue Front im Kampf gegen den internationalen Terror auf. Wie die «New York Times» berichtet, verdoppelt das US-Verteidigungsministerium die Militärhilfe für den Jemen. Die USA befürchten, dass die al-Qaida die Instabilität im Jemen nutzt, um Anschläge zu planen. Der Jemen könnte neben Pakistan und Afghanistan zu einem dritten wichtigen Ausgangsort für Anschläge werden. Experten zufolge hat die Extremistenorganisation im vergangenen Jahr ihre Präsenz im verarmten Land im Süden der Arabischen Halbinsel verstärkt. Der «Unterhosenbomber» (siehe unten) war im Jemen zum Terroristen ausgebildet worden. -
24. Dezember 2009
«Unterhosenbomber» in US-Passagiermaschine
In den USA wird ein Terroranschlag auf einen vollbesetzten Airbus A330 der Northwest Airlines vereitelt. Nach Angaben der US-Behörden versucht ein 23-jähriger Nigerianer kurz vor der Landung in Detroit, eine «pulvrige Substanz», die an einem seiner Beine befestigt ist, zur Explosion zu bringen. Dabei gerät seine Kleidung in Brand, Passagiere überwältigen den Attentäter Abdul Faruk Abdulmutallab. Dieser erleidet Verbrennungen dritten Grades. Die Maschine landet mit mehr als 280 Menschen an Bord unbeschadet auf dem Flughafen von Detroit. Der Al-Qaida-Aktivist wird auf Grund der Medienberichterstattung als «Unterhosenbomber» bekannt. -
9. November 2009
13 Tote bei Attentat in US-Kaserne
In einer Kaserne in Fort Hood (Texas) werden 13 Menschen erschossen und 32 verletzt. Der Täter, der Militärpsychiater Nidal Malik Hasan, hatte direkten Kontakt zur al-Qaida. -
27. Januar 2009
Obama wirbt um das Vertrauen der Muslime
Der amerikanische Präsident geht auf die islamische Welt zu: Er strebe eine «neue Partnerschaft in gegenseitigem Respekt» an, betont Barack Obama in einem Aufsehen erregenden Interview des arabischsprachigen TV-Senders «al-Arabija». Er wolle den Muslimen in der Welt deutlich machen, «dass die Amerikaner nicht Ihre Feinde sind». Und weiter: «Wir müssen erneut bekräftigen, dass die Vereinigten Staaten sich nicht im Krieg mit dem Islam befinden und dies niemals tun werden», sagt Obama. «Bin Laden ist kein Führer der Muslime, er ist ein Massenmörder von Muslimen.»
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21. Januar 2009
US-Präsident Obama will Guantánamo schliessen
Der neue US-Präsident Barack Obama beginnt seine Amtszeit mit einem spektakulären Entscheid: Er will das umstrittene Gefangenenlager Guantánamo schliessen. Zurzeit befinden sich noch knapp 250 Häftlinge in der amerikanischen Militärbasis auf Kuba, die ausserhalb des amerikanischen Rechts steht. Mehrere Länder – darunter auch die Schweiz – signalisieren ihre Bereitschaft, die Aufnahme von Guantánamo-Häftlingen zu prüfen. Die Schweiz nimmt 2010 zwei Uiguren auf. Wie Obama ein paar Monate später bekannt gibt, will er – aufgrund innenpolitischen Drucks – an den umstrittenen Militärtribunalen auf Guantánamo festhalten. -
4. September 2007
Sauerland-Bomber in Deutschland festgenommen
Die deutsche Polizei verhaftet im Sauerland drei Terrorverdächtige, die nach Angaben der Bundesanwaltschaft massive Bombenanschläge auf US-Einrichtungen in Deutschland verüben wollten. Die so genannte Sauerland-Gruppe gilt als Terrorzelle der radikal-islamistischen Vereinigung Islamische Dschihad-Union. Fünf Sauerland-Bomber werden 2010 zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. -
6. November 2006
Flughäfen verschärfen nochmals die Kontrollen
Auf den Flughäfen in den EU-Ländern werden die Sicherheitsbestimmungen nochmals verschärft – dies nach Terrorwarnungen aus Grossbritannien. Die neuen Sicherheitsmassnahmen betreffen auch die Fluggepäck-Kontrollen auf Schweizer Flughäfen. Insgesamt darf pro Personnur noch ein Liter Flüssigkeit in die Kabine genommen werden. Die Menge ist auf Ein-Deziliter-Behältnisse zu verteilen, die in einem durchsichtigen Beutel zu verstauen sind. -
10. August 2006
Anschlag auf sieben Passagiermaschinen vereitelt
Ein Terroranschlag gewaltigen Ausmasses auf transatlantische Linienflüge wird von der britischen Polizei vereitelt. 25 Islamisten wollten sieben vollbesetzte grosse Linienmaschinen mit im Handgepäck verstecktem flüssigen Sprengstoff über dem Atlantik sprengen. Wären die Anschläge gelungen, hätte dies rund 3200 Menschen das Leben gekostet. -
31. Juli 2006
Versuchter Anschlag im Bahnhof Köln
Ein Terroranschlag auf zwei Züge in Köln scheitert auf Grund eines technischen Defekts der beiden Kofferbomben. -
8. Juni 2006
Marty-Bericht deckt Geheimgefängnisse der CIA auf
In Polen und Rumänien habe es zwischen 2002 und 2005 Geheimgefängnisse des US-Geheimdienstes CIA gegeben, sagt der Schweizer Politiker Dick Marty, der als Sonderermittler des Europarats in Paris seinen zweiten Bericht über illegale Praktiken im Krieg gegen den Terror vorlegt. Marty erhebt gleichzeitig schwere Vorwürfe gegen mehrere Mitgliedsländer des Europarates, besonders jedoch gegen Deutschland und Italien, die die Aufklärung illegaler Praktiken wie die Überstellung Terrorverdächtiger an die USA «wie ein Staatsgeheimnis» behandelt hätten. -
7. Juli 2005
56 Tote bei Anschlägen in London
Auf den Londoner Nahverkehr werden am frühen Vormittag vier Terroranschläge verübt, die 56 Menschen das Leben kosten. Mehr als 700 Fahrgäste in U-Bahnen und einem Doppeldeckerbus werden verletzt. Die Gruppe al-Qaida in Europa bekennt sich im Internet zu den Anschlägen. In der Erklärung heisst es, die Anschläge seien eine Vergeltung für britische Militäreinsätze in Afghanistan und Irak. Drei der vier Selbstmordattentäter sind Briten pakistanischen Ursprungs. In den Medien werden sie als «Rucksackbomber» bezeichnet. -
17. Mai 2004
Folter-Skandal von Abu-Ghraib wird publik
Das Abu-Ghraib-Gefängnis bei Bagdad steht für den Folter-Skandal der US-Truppen im Irak. Immer mehr Berichte und Fotos, die via Medien an die Öffentlichkeit gelangen, belegen, dass amerikanische Militär- und Geheimdienstmitarbeiter Gefangene schecht behandelten und sogar folterten. Für einzelne Amerikaner haben die illegalen Praktiken strafrechtliche Konsequenzen: Zweifelhafte Berühmtheit erlangt Lynndie England (Bild), die zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt wird. Der Skandal von Abu-Ghraib löst weltweit Empörung und Proteste aus. -
11. März 2004
Attentate in Madrid fordern fast 200 Tote
Bei den folgenschwersten Anschlägen in Westeuropa seit Lockerbie (1988) werden in Madrid 191 Menschen getötet und 2051 verletzt. Die Explosionen in vier Pendlerzügen ereignen sich im morgendlichen Berufsverkehr. Insgesamt detonieren zehn Bomben, drei davon im Hauptbahnhof Atocha, vier in der unmittelbaren Umgebung sowie eine im Bahnhof Santa Eugenia und zwei im Bahnhof Pozo. Drei Bomben werden entschärft. Drei Wochen später, am 3. April 2004, sprengt sich der mutmassliche Rädelsführer der Terroristen, Serhane Ben Abdelmajid, bei einer Razzia in einem Vorort von Madrid in die Luft. -
30. Januar 2004
IKRK und Amnesty kritisieren Guantánamo-Lager
Das IKRK äussert sich besorgt darüber, dass «US-Behörden die in Guantánamo Inhaftierten ausserhalb des Gesetzes gestellt haben». Den Gefangenen, die vor allem aus Afghanistan, Saudi-Arabien und Jemen stammen, bleiben ihre Rechte als Kriegsgefangene verwehrt. Wie andere Organisationen fordert auch Amnesty International die Schliessung des Gefangenenlagers. Weltweit protestieren immer mehr Politiker und Regierungen gegen Guantánamo. -
14. Dezember 2003
«Wir haben ihn»: USA erwischen Saddam
Nach acht Monaten der Flucht fällt Saddam Hussein der US-Armee in die Hände. Der Ex-Diktator kauert in einem Erdloch auf einem Bauernhof südlich von Tikrit. Bei seiner Verhaftung ist er bewaffnet - doch er ergibt sich ohne Widerstand. «Meine Damen und Herren», beginnt der oberste US-Verwalter des Iraks, Paul Bremer, seine Pressekonferenz in Bagdad, «wir haben ihn.» – Hussein wird am 5. November 2006 wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zum Tod durch den Strang verurteilt. Das Todesurteil wird am 30. Dezember 2006 vollstreckt. -
15./20. November 2003
57 Tote in der Türkei
Bei insgesamt vier Anschlägen in Istanbul, von denen jeweils zwei zeitgleich erfolgen, sterben insgesamt 57 Menschen und über 700 werden verletzt. Ziele sind jüdische Synagogen sowie britische Einrichtungen.
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20. März 2003
«Koalition der Willigen» greift den Irak an
Die USA beginnen in den frühen Morgenstunden mit gezielten Raketen- und Bombenangriffen auf Iraks Führung den Krieg gegen das Land von Saddam Hussein. In einer ersten Rede an die Nation bezeichnet US-Präsident George W. Bush die Angriffe als «Eröffnungsphase einer breiten und konzertierten Kampagne». Mit den ersten Angriffen solle Husseins Fähigkeit, Krieg zu führen, geschwächt werden, sagt Bush. Zur «Koalition der Willigen» gehört Grossbritannien, während Deutschland und andere grosse europäische Länder die Teilnahme am Irak-Krieg verweigern. Nach rund zehn Wochen ist das Regime von Saddam Hussein geschlagen. Es folgen aber unruhige und blutige Jahre mit bürgerkriegsähnlichen Konflikten und Terroranschlägen im ganzen Land. Seit acht Jahren versuchen die USA mit Hilfe verbündeter Staaten, den Irak zu stabilisieren. Die Amerikaner wollen ihren 2009 begonnenen Abzug der Truppen bis im nächsten Jahr abschliessen.
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17. März 2003
Bush zu Hussein: Exil oder Krieg
US-Präsident George W. Bush schliesst eine diplomatische Lösung im Irak-Konflikt aus und kündigt eine De-facto-Kriegserklärung an. Darin wird der irakische Präsident Saddam Hussein ultimativ vor die Wahl gestellt, entweder sein Land zu verlassen oder von den USA und ihren Verbündeten militärisch angegriffen zu werden. Die Amerikaner beschuldigen Hussein, Massenvernichtungswaffen zu besitzen. Zudem unterstütze der Irak den internationalen Terrorismus. Die USA haben allerdings keine Beweise für ihre Vorwürfe. -
1. März 2003
Drahtzieher von 9/11 in Pakistan festgenommen
Der mutmassliche Drahtzieher der Anschläge vom 11. September 2001 in den USA, Khalid Sheikh Mohammed, wird in Pakistan festgenommen. Mohammed soll unter anderem für die Geldbeschaffung der Attentäter gesorgt haben. Der gebürtige Kuwaiter, der die pakistanische Staatsbürgerschaft besitzt, gilt als enger Vertrauter von Osama Bin Laden. -
12. Oktober 2002
Gegen 200 Touristen sterben auf Bali
Bei Bombenanschlägen gegen Diskotheken auf Bali (Indonesien) sterben 202 Menschen. Die Opfer sind hauptsächlich Touristen, die meisten davon Australier. Urheber der Anschläge ist die Terrorgruppe Jemaah Islamiyah, die dem Netzwerk von al-Qaida angehören soll. -
4. September 2002
USA: Erstschläge gegen Schurkenstaaten
Mit einer neuen Sicherheitsdoktrin billigen sich die USA das Recht zu, präemptiv (vorbeugend) gegen so genannte Schurkenstaaten, die terroristische Aktivitäten unterstützen bzw. Massenvernichtungswaffen verbreiten oder herstellen, militärisch vorzugehen. Diese Doktrin kommt rund ein halbes Jahr zur Anwendung: Im März 2003 beginnt der Irak-Krieg.
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11. April 2002
Anschlag auf tunesischer Ferieninsel
Bei der Explosion eines Tanklasters auf Djerba sterben 19 Personen. Unter den Opfern befinden sich mehrere Touristen aus Deutschland. Wie eine tunesische Nachrichtenagentur meldet, streift der Gastankwagen zunächst ein Trottoir und kracht dann in die Umfassungsmauer der alten Synagoge. -
2. Februar 2002
Extremisten enthaupten US-Journalisten
Der in Pakistan von islamischen Extremisten entführte amerikanische Journalist Daniel Pearl ist nach Angaben des US-Aussenministeriums tot. Der 38-jährige Mitarbeiter des «Wall Street Journal» wollte in Karachi einen Extremisten treffen, wurde dann allerdings entführt und enthauptet. -
11. Januar 2002
Erste Gefangene werden nach Guantánamo gebracht
Die ersten Gefangenen werden von Afghanistan aus zum US-Militärstützpunkt Guantánamo auf Kuba geflogen und dort zunächst in Maschendrahtkäfige gesperrt. Bush verfügt, dass Taliban- oder Al-Qaida-Leute nicht als Kriegsgefangene zu betrachten sind. Damit gilt für sie auch nicht die Genfer Konvention, die faire Gerichtsverfahren verlangt sowie Folter und entwürdigende Behandlungen verbietet. -
22. Dezember 2001
Attentatsversuch des «Schuhbombers»
Richard Reid, ein Brite jamaikanischer Abstammung, versucht ohne Erfolg einen Anschlag auf einen American-Airlines-Flug von Paris nach Miami. Weil der Sprengstoff in seinen Schuhen versteckt ist, wird er als «Schuhbomber» bekannt. -
26. Oktober 2001
USA: Mit dem «Patriot Act» gegen den Terrorismus
Die amerikanische Regierung verabschiedet ein Anti-Terror-Gesetz, das den Kampf gegen den Terrorismus erleichtern soll. Der «Patriot Act» erlaubt dem Pentagon, Ausländer, die unter Terrorismusverdacht stehen, ohne Anklageerhebung auf unbestimmte Zeit in Gewahrsam zu nehmen. Zudem wird die Erfordernis, Richter bei Telefon- oder Internetüberwachungen als Kontrollinstanz einzusetzen, weitgehend aufgehoben. Im Weiteren soll die Überwachung von finanziellen Transaktionen – auch im Rahmen des Swift-Abkommens – verbessert werden. Mit dem «Patriot Act» erhalten das FBI und die amerikanischen Geheimdienste mehr Befugnisse. Im Übrigen regelt das Anti-Terror-Gesetz die Aufnahme sogenannter biometrischer Daten in Pässe und Ausweise. Kritiker des Kampfs gegen den Terror warnen vor einer Beschneidung der Grundrechte und einer Gefährdung der Demokratie. -
7. Oktober 2001
Scheinbar rascher US-Sieg am Hindukusch
Fast einen Monat nach den Terroranschlägen in den USA beginnen amerikanische und britische Streitkräfte mit Militärschlägen in Afghanistan. US-Präsident George W. Bush wendet sich im US-Fernsehen mit einer Rede an die Nation. Die Streitkräfte unternähmen «sorgfältig gezielte Aktionen» gegen das Netzwerk der Terroristen und Militäreinrichtungen des afghanischen Taliban-Regimes, das die al-Qaida unterstützt haben soll. Er habe die Taliban aufgefordert, Al-Qaida-Chef Osama Bin Laden auszuliefern, sagt der US-Präsident. Diese hätten dies abgelehnt und bezahlten nun den Preis dafür. Nach massiven Luftschlägen fällt am 7. Dezember 2001 Kandahar, die bisherige Hochburg der Taliban unter Mullah Omar. Die «Operation Enduring Freedom» («Operation dauerhafte Freiheit») führt zwar zu einem raschen Sieg über die Taliban, nicht aber zur Festnahme von Bin Laden – und schon gar nicht zu einem Frieden in Afghanistan. Seit zehn Jahren versuchen die USA und andere Nato-Mitgliedsstaaten, das Land am Hindukusch zu stabilisieren. Terroranschläge sind praktisch an der Tagesordnung, und die Taliban werden wieder stärker. Auch im benachbarten Pakistan häufen sich Terroranschläge von islamischen Extremisten. Trotzdem halten die Amerikaner an ihrem Plan fest, bis 2014 alle Truppen von Afghanistan abzuziehen. -
21. September 2001
«Die Stunde wird kommen, in der Amerika handeln wird»
US-Präsident George W. Bush schwört die Amerikaner auf einen entschlossenen Kampf gegen den internationalen Terrorismus ein. Neun Tage nach den Terroranschlägen in New York und Washington ruft er in einer Rede vor beiden Häusern des Kongresses zugleich alle Staaten in der Welt auf, sich diesem Kampf anzuschliessen. Für die Anschläge macht er Osama Bin Laden und dessen Terroristennetzwerk verantwortlich. Die Streitkräfte weist der US-Präsident an, bereit zu sein für die Schlacht gegen den Terrorismus: «Die Stunde wird kommen, in der Amerika handeln wird.»
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20. September 2001
EU: Paket von Anti-Terror-Massnahmen
Als Reaktion auf die Anschläge in den USA beschliesst die EU ein umfangreiches Paket von Anti-Terror-Massnahmen. Beispielsweise sollen Polizeiarbeit und Strafverfolgung unter den Mitgliedstaaten enger koordiniert werden. Der deutsche Innenminister Otto Schily betont, die EU sei entschlossen, «gegen den internationalen Terrorismus alle Mittel aufzubieten, die rechtsstaatliche Demokratien zur Verfügung haben». Auch die Schweiz kündigt Massnahmen im Kampf gegen den Terrorismus an. Schliesslich werden auf Flughäfen in der ganzen Welt die Sicherheitsbestimmungen verschärft. -
17. September 2001
CIA erhält Erlaubnis, Al-Qaida-Leute zu foltern
Mit einem Geheimerlass ermächtigt US-Präsident George W. Bush die Geheimdienste, Al-Qaida-Mitglieder zu jagen, im Geheimen einzusperren, zu foltern oder zu töten. Auf Druck der Regierung müssen CIA und andere Geheimdienste Informationen von mutmasslichen Terroristen liefern – egal wie, egal auch, ob die unter Folter erpressten Aussagen stimmen. Zu diesem Zweck wird ein System von Geheimgefängnissen in Afghanistan, in Fernost, aber auch in den europäischen Ländern Polen und Rumänien aufgebaut. Ausserdem wird das Lager Guantánamo auf Kuba genutzt. -
12. September 2001
Erster Bündnisfall in der Geschichte der Nato
Die Nato ruft erstmals in ihrer Geschichte den Bündnisfall gemäss Artikel 5 der Nato-Charta aus. Diese spricht von einem «bewaffneten Angriff» und der Ausübung des in Artikel 51 der UNO-Satzung anerkannten Rechts der Selbstverteidigung. Gleichzeitig verabschiedet der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen einstimmig eine von den USA vorgelegte Resolution zur Bekämpfung des internationalen Terrorismus. -
11. September 2001
Bush: «Die Freiheit wird verteidigt werden»
Die Streitkräfte der USA stehen unmittelbar nach den Terroranschlägen in New York und Washington in erhöhter Alarmbereitschaft, wie US-Präsident George W. Bush auf dem Luftwaffenstützpunkt Barksdale im Staat Louisiana mitteilt. Aus Sicherheitsgründen verzichtet Bush auf die Rückkehr nach Washington. «Die Freiheit selbst wurde heute Morgen von einem gesichtslosen Feigling angegriffen, und die Freiheit wird verteidigt werden», sagt Bush in einer Erklärung. «Die Entschlossenheit unserer grossen Nation wird geprüft. (...) Aber es besteht kein Zweifel daran: Wir werden der Welt zeigen, dass wir diese Prüfung bestehen. Gott segne Amerika.» -
11. September 2001
Angriffe auf Symbole amerikanischer Macht
Eine beispiellose, minutiös koordinierte Serie von Terrorangriffen reisst in den USA fast 3000 Menschen in den Tod. Terroristen der al-Qaida, wie sich später herausstellen wird, entführen vier Passagierflugzeuge amerikanischer Fluggesellschaften und lenken sie in Kamikaze-Angriffen auf das New Yorker World Trade Center und das US-Verteidigungsministerium in Washington. US-Präsident George W. Bush spricht von einer nationalen Tragödie. Die Angriffe gelten herausragenden Symbolen amerikanischer Macht: Das Pentagon in Washington ist das militärische Nervenzentrum der USA mit 20'000 Beschäftigten. Das World Trade Center war ein internationales Finanzzentrum, in dem 50'000 Menschen arbeiteten. Das Verteidigungsministerium wird mit einem entführten Passagierflugzeug, die beiden New Yorker Hochhaustürme mit zwei grossen Maschinen angegriffen. Eine vierte entführte Maschine sollte möglicherweise auf den Präsidentenlandsitz Camp David gelenkt werden. Die Maschine schlägt aber 160 Kilometer südöstlich von Philadelphia auf. Das Verteidigungsministerium, das Weisse Haus und alle weiteren Regierungsgebäude wie das Aussen- und das Finanzministerium werden evakuiert. In Washington werden Truppen in Marsch gesetzt, darunter auch ein Infanterie-Regiment. Die USA schliessen die Grenzen. «Das ist ein zweites Pearl Harbor», sagt Senator Chuck Hagell.
Erstellt: 05.09.2011, 13:09 Uhr
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2 Kommentare
Nachdem man nun alle Aspekte von 9/11 hunderttfach und von allen Seiten beleuchtet hat, warte ich schon lange auf eine Doku die den Einsatz amerikanischer Super-Hero-Verbände in Afganistan oder Irak dokumentiert. Oder vielleicht eine Guantanamo Doku für alle die noch immer meinen alles gute komme aus dem Westen ! So langsam hab ich genug von dem imperialistischen Medienterror. Antworten
Lesenswert: Verschiedene Autoren haben das Thema 11. September aufgegriffen und sind dabei auf zahlreiche Ungereimtheiten gestossen. Mathias Bröckers und Christian C. Walther verfassten das Buch „11.9. Zehn Jahre danach. Der Einsturz eines Lügengebäudes." Andreas Bülow schrieb das Buch „Die CIA und der 11. September, Neue Erkenntnisse 10 Jahre danach" Piper München Zürich, August 2011. Antworten
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