Das fantastische Ende der USA
Von Martin Kilian. Aktualisiert am 11.08.2009 6 Kommentare
Vor 25 Jahren erstellte der renommierte Berliner Althistoriker Alexander Demandt eine Liste, die sämtliche Vermutungen diverser Historiker für den Untergang des Römischen Reichs zusammenfasste. Demandt kam auf 210 Möglichkeiten.
Nun legte das amerikanische Internetmagazin «Slate» seinen Lesern 144 Ereignisse und Umstände vor, die zum Untergang der Vereinigten Staaten führen könnten – und bat um eine Wertung. Insgesamt stimmten über 60'000 Leser ab. An die erste Stelle setzten sie einen Anschlag von Islamisten mit atomaren Waffen aus den Arsenalen Pakistans und Russlands. Gleich dahinter rangierte das Ende des Öl-Zeitalters: Der fossile Brennstoff versiegt, worauf die amerikanische Zivilisation kollabiert – zumindest in Suburbia, möchte man meinen.
Bakterieller Supergau
Resistente Bakterien sind für ein weiteres apokalyptisches Szenario verantwortlich und landen auf dem dritten Platz: Industrielle Landwirtschaft sowie der Gebrauch von antibakteriellen Putzmitteln und Seifen führen zu resistenten Bakterien, worauf ein bakterieller Supergau die Amerikaner dahinrafft. Überbevölkerung auf Platz acht, Dekadenz und Theokratie auf zwölf und dreizehn, eine Invasion Ausserirdischer auf Rang 32 sowie Hyperinflation auf 38 sind weitere interessante Alpträume.
Eine Weltwährung auf Platz 72, Globalisierung auf 81, Multikulti auf 106 sowie Klimakriege (110), illegale Einwanderung (119) und ein Militärputsch (Rang 122) scheinen meinen Landsleuten ebenso wenig den Schlaf zu rauben wie Pestizide (127), ein Drogen-Boom (137) und Weltraum-Müll (138). Am allerwenigsten beunruhigte die «Slate»-Leser ein Milzbrand-Ausbruch. Er landete auf dem letzten Platz.
Die für mich wahrscheinlichste Apokalypse findet sich immerhin auf Platz acht: Fettsucht. Da wir immer schwergewichtiger werden und als Kollektiv bereits jetzt einem wulstigen Monster ähneln, wird sich eines nicht mehr allzufernen Tages wegen der ungeheuren amerikanischen Tonnage urplötzlich die Erdachse verschieben. Klimaveränderungen, ewige Nacht und ein Verlust der Schwerkraft werden die Folgen sein. Oder nicht? (Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 11.08.2009, 10:38 Uhr
Kommentar schreiben
6 Kommentare
Ausland
Live @ Sunset
11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!



