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BP meldet: Das Bohrloch ist verschlossen

Aktualisiert am 04.08.2010 2 Kommentare

Die Operation «Static Kill» ist offenbar ein Erfolg. Laut dem Ölkonzern ist das Ölleck im Golf von Mexiko gestoppt. Die schwierigste Aufgabe steht allerdings noch bevor.

Einer der Live-Streams von BP: Aufgrund der hohen Zugriffszahlen wird die Übertragung zeitweise nicht angezeigt.


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Der Verschluss des defekten Bohrlochs im Golf von Mexiko durch schweren Schlamm ist nach Angaben des Ölkonzerns BP (BPAM 5.073 -0.47%) geglückt. Das britische Unternehmen sprach am Mittwoch in London von einem Meilenstein im Kampf gegen die bislang grösste Ölpest in der US-Geschichte. Der sogenannte «Static Kill» habe mehr als drei Monate nach Beginn der verheerenden Umweltkatastrophe das gewünschte Ziel erreicht, der Schlamm halte das Öl zurück, sagte eine Sprecherin.

Der Konzern hatte am Dienstag damit begonnen, acht Stunden lang Spezialschlamm von einem Schiff aus in das Bohrloch zu pumpen. Der Druck in der Quelle sei durch das Einpumpen deutlich gesunken, sagte der Leiter der Operation, Bobby Bolton, bereits am Dienstagabend (Ortszeit) der AP. Dies sei ein gutes Zeichen.

«Der Druck ist runtergegangen und scheint sich zu stabilisieren», sagte Bolton an Bord des Schiffes «Q4000», von dem aus der Schlamm in eine Tiefe von 1,6 Kilometer gepumpt wurde. Das Verfahren heisst «Static Kill», es soll das Ölleck ein für allemal verschliessen. Der speziell hergestellte Schlamm wird dazu langsam in das Bohrloch gepumpt. Anschliessend soll die Öffnung mit Zement versiegelt werden.

Allen besteht auf Entlastungsbohrungen

Für den Fall, dass der «Static Kill» nicht erfolgreich sein sollte, arbeitet BP weiter an zwei Entlastungsbohrungen. Der Sonderbeauftragte der US-Regierung für die Umweltkatastrophe, Thad Allen, stellte klar, dass er auf einem Verschluss der Quelle an zwei Stellen festhalte. Er sagte, die 5,5 Kilometer lange Entlastungsbohrung, an der BP seit drei Monaten arbeite, werde für einen Verschluss in grösserer Tiefe (»bottom kill») benötigt. Dabei werden Schlamm und Zement gut vier Kilometer unterhalb des Meeresgrundes in den Felsboden eingespritzt. «Darüber sollte es keine Unklarheit geben», sagte Allen. «Ich bin der nationale Befehlshaber in dieser Angelegenheit und so wie beschrieben wird es auch gemacht.»

BP-Vizepräsident Kent Wells hatte am Dienstag noch erklärt, falls der «Static Kill» von oben gelinge, würden die Entlastungsbohrungen nicht mehr benötigt. Wie erfolgreich «Static Kill» tatsächlich ist, können die Ingenieure aber erst feststellen, wenn die Entlastungsbohrung beendet ist.

Das Bohrloch war am 15. Juli mit einer 75 Tonnen schweren Verschlusskappe provisorisch verschlossen worden, bis dahin flossen nach jüngsten Schätzungen rund 780 Millionen Liter Rohöl ins Meer. (sam/dapd)

Erstellt: 04.08.2010, 08:29 Uhr

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2 Kommentare

Max R. mag. iur. Homberger

04.08.2010, 10:38 Uhr
Melden

Soviele lecke Bohrlöcher, wie BP in den letzen Monaten verschloss, kann es gar nicht geben - angekündigte und erhoffte Erfolge zur Verdrängung des Dramas. Antworten


Sam Kunz

04.08.2010, 11:09 Uhr
Melden

Es ist falsch zu behaupten, dass dies die grösste Ölkatastrophe ist. Nur weil es gerade im Golf von Mexiko passierte und somit die USA zu ihrem zweiten grossen Oildesaster ihrer Geschichte kommt, stürzen sich alle Medien darauf und bauschen dies zum "Elefanten" auf. Wie siehts denn in Afrika aus? Zum Beispiel das Niger Delta, welches seit den 70ern von Ölkonzernen ausgebeutet und verdreckt wird? Antworten



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