Alles auf eine Karte

2008 spielte Nils Burri auf dem Gurten. Jetzt ist der Mann der nächsten Schweizer Songwritergeneration bereit durchzustarten. Mit dem Album «Next Generation» lotet der Frutiger, der in Steffisburg wohnt, die Grenzen des Genres aus.

Nils Burri tauft am Freitagabend in Bern sein Debütalbum «Next Generation».

Prägende Stimme, melodiöse akustische Gitarren, groovende Keyboardläufe – und immer wieder diese unverwechselbar eingängigen Songteile: Nils Burri – aufgewachsen in Frutigen, heute wohnhaft in Steffisburg – gilt als Mann der nächsten Schweizer Singer/Songwriter-Generation. Entsprechend selbstsicher hat er sein neues Album «Next Generation» betitelt. «Der Titel steht für die nächste Generation meines Schaffens», sagt Nils Burri selber. Denn: Zwar ist «Next Generation» das erste «richtige» Album von Nils Burri. Doch bereits 2008 hat er «A Brand New Day» veröffentlicht; ein Album, das ebenso in Eigenregie entstanden war wie die vorangehende EP «Changing Minds».

Bekannte Gastmusiker

Für die Produktion von «Next Generation» hat Burri mit Cyril CC Camenzind (u.a. Kandlbauer/Burrell) zusammengearbeitet. Als Gäste sind Grössen wie Tanja Dankner, Chrigi Roffler oder Andi Puppato zu hören. «Es freut mich, dass Musiker von diesem Format am Album mitgearbeitet haben», sagt Burri mit einem Strahlen in den Augen. Er gesteht unumwunden: «Das macht mich stolz.»

Hoch gepokert

«Don’t forget that you are responsible for a healthy world», singt Nils Burri im Titeltrack. «Vergiss nicht, dass du für eine gesunde Welt verantwortlich bist.» Musik um der reinen Gaudi Willen ist nicht sein Ding. Und doch: «Ich möchte, dass die Leute nach dem Hören meiner Songs ein Lächeln auf dem Gesicht haben.» Für sein neues Album, das er heute Abend ab 21 Uhr im «Sous Soul» in Bern vorstellt, sei er «All in» gegangen. «Ich pokere hoch mit diesem Album, ich habe alles gesetzt», sagt er. Sprich: Burri setzt ganz auf die Karte Musik.

Musik statt Hockey

Das war nicht immer so: 2004 war Nils Burri noch eine Hockeynachwuchshoffnung. Gesundheitliche Probleme zwangen ihn dann aber, die Schlittschuhe an den sprichwörtlichen Nagel zu hängen. «Ich habe angefangen Gitarre zu spielen, weil mir langweilig war», sagt er, «ich musste etwas tun.» So wie ihm ein oder zwei Hockeytrainings nicht genügt hatten, so waren ihm ein oder zwei Abende, an denen er ein wenig mit der Gitarre pröbelte, zu wenig. Es verging kein halbes Jahr, und Nils Burri debütierte auf der Bühne der legendären «Alten Taverne» Adelboden.

Professionelles Schaffen ist denn auch, was Nils Burri wohl am stärksten charakterisiert. «Ich weiss, wie Songs schreiben», sagt er selbstbewusst – und bleibt trotzdem offen für Inputs. «Ich habe viel gelernt bei den Aufnahmen; eine weitere Stufe gemeistert, eine nächste Generation meines Schaffens erreicht» Und damit ein Level, auf welchem er sich vor gestandenen einheimischen Grössen wie Trummer, Coal, Rickenbacher oder Burrell keineswegs zu verstecken braucht. «Next Generation» ist ein Album, das nicht stur traditionellen Singer/Songwriter-Schemen folgt, sondern mutig und ohne Scheuklappen ebenso mit rockigen wie mit poppigen Elementen flirtet; weder vor Retro- noch vor Countryeinflüssen schrecken Nils Burri und seine Mitstreiter zurück; süffige Chöre finden genauso Platz wie purer und reiner Sologesang. (maz/TT/)

Erstellt: 19.05.2010, 16:59 Uhr