Totes Baby: Polizei hofft auf Hinweise
Artikel zum Thema
- Säugling in Wimmis tot aufgefunden
- «Ein Kind zu entsorgen ist oft eine Kurzschlusshandlung»
- Säugling tot in Entsorgungsstelle gefunden
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«Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren», sagte Alice Born gestern gegenüber dieser Zeitung. Allerdings konnte die Mediensprecherin der Kantonspolizei Bern keine neuen Erkenntnisse zum traurigen Fund in Wimmis bekannt geben. Am Sonntag hatte ein Mann auf dem Gelände einer Annahmestelle der Sortiergesellschaft Soges AG einen Säugling gefunden, der seit längerer Zeit tot war.
Hinweise auswerten
Die Herkunft und die Identität des Mädchens stehen nach wie vor noch nicht fest. Auch die Todesursache, respektive ob das Kind tot zur Welt kam oder nachher gestorben ist, wird noch abgeklärt. Aus «ermittlungstechnischen Gründen», wie die Mediensprecherin erklärte, macht die Polizei keine detaillierten Angaben, wo auf dem Gelände das Neugeborene gefunden wurde. Sie informiert auch nicht, ob es dort speziell hingelegt wurde oder mit Bau- und Muldenabfällen, die dort sortiert werden. Die Untersuchungen vor Ort sind mittlerweile beendet worden.
Die Polizei hat bereits mehrere Hinweise aus der Bevölkerung erhalten. «Grundsätzlich gehen wir allen Meldungen nach», erklärte Alice Born. Entgegengenommen und ausgewertet werden die Hinweise von Polizistinnen und Polizisten. Die Angaben werden vertraulich behandelt.
Gelände ist abgesperrt
Auf dem Gelände, wo der Säugling gefunden wurde, betreibt die Soges AG eine Annahmestelle. Ihr Geschäftsleiter Rico Buchli erklärt: «Wir sind sehr betroffen von diesem Fund.» Das Gelände sei abgesperrt und zu weiten Teilen eingezäunt. Diese Abschrankungen könnten «mit der nötigen kriminellen Energie» überwunden werden. Der Finder des Babys war kein Angestellter der Soges. Zu den genaueren Umständen, etwa ob das Kind auch mit Material, das dort eben sortiert werden sollte, angeliefert wurde, nahm Rico Buchli keine Stellung: «Das ist die Sache der Polizei.»
Gemeinde muss warten
Peter Schmid, Gemeinderatspräsident von Wimmis (SVP), hat vom Fund aus den Medien erfahren. «Wir wären gerne im Voraus über diesen Vorfall informiert worden», sagte er. Das sei aber aus Datenschutzgründen nicht erlaubt. «Im Moment können wir nichts machen», erklärte Schmid. Wenn es sich herausstelle, dass die betroffene Familie aus Wimmis sei, «klären wir ab, ob wir als Gemeinde gemeinsam mit der Behörde aktiv werden können oder müssen».
Die Polizei bittet aber die Angehörigen des Babys und Zeugen weiterhin, sich mit ihr in Verbindung zu setzen (033 227'61'11). Sie appelliert ebenfalls erneut an die Eltern des Mädchens, sich unter der Nummer 079 297'74'99 bei ihr zu melden. (Berner Oberländer)
Erstellt: 22.02.2012, 08:23 Uhr


