Schnellabschaltung gibt Atomkraftgegnern Rückenwind
Von Tanja Kammermann. Aktualisiert am 09.02.2012 9 Kommentare
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Nachdem das AKW Mühleberg nach einer Messpanne am Mittwoch notfallmässig abgeschaltet wurde, wird Kritik laut. Bei der Umweltschutzorganisation Greenpeace beispielsweise sorgt man sich einmal mehr um die Sicherheit des Kraftwerks: «Bei einem alten Reaktor mit nachgewiesenen, grossen Sicherheitsmängeln wie dem AKW Mühleberg sind Schnellabschaltungen eine gefährliche Zusatzbelastung», sagt Florian Kasser, Atomexperte von Greenpeace Bernerzeitung.ch/Newsnet. Die Umweltschutzorganisation fordert weiterhin die sofortige Abschaltung des Atomkraftwerks.
Viele Berner Bürger teilen offenbar die Angst der Umweltschutzorganisaton. Morgen Freitag werden dem Kanton Bern die 15'000 beglaubigten Unterschriften der Initiative «Mühleberg vom Netz» übergeben. Greenpeace unterstützt das Begehren: «Es zeigt: Die Berner Bevölkerung hat genug. Der Kanton Bern als Mehrheitsaktionärin von Mühleberg hat es in der Hand, das Werk vom Netz zu nehmen», sagt Kasser.
SP fordert saubere Energie statt AKW
«Wie immer bei Problemen kommuniziert die BKW äusserst zurückhaltend und beschwichtigend. Sie hat mit diesem Vorgehen das Vertrauen der Bevölkerung längst verloren», schreibt Daniel Furter, Parteisekretär der SP des Kantons Bern, in einer E-Mail. Wer eine «solche Hochrisikoanlage» betreibe, welche das ganze Berner Mittelland gefährden könne, müsse aktiver und transparenter informieren, schreibt Furter weiter.
Die SP Kanton Bern fordere seit langem, dass die BKW den Reaktor Mühleberg abschaltet. «Dieser gehört zu den ältesten AKW, die noch in Betrieb sind, und sein Kernmantel wird nur behelfsmässig zusammengehalten. Auch ob das AKW bei einem Bruch der Wohlensee-Staumauer sicher abgeschalten werden kann, ist unklar», schreibt Furter.
Statt immer neue und grössere Investitionen in AKW-Nachbesserungen zu tätigen, solle die BKW die dezentrale Produktion mit erneuerbaren Energien vorantreiben. «Doch aus dieser längerfristig sinnvollen Aktivität hat sie gerade am Mittwoch ihren Rückzug bekannt gegeben», so Furter.
(Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 09.02.2012, 16:10 Uhr
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9 Kommentare
So ganz nebenbei sei noch erwähnt, dass es heute auf dem Gelände des AKW Beznau gebrannt hat. Die Feuerwehr konnte eine Rauchentwicklung an einem Fernwärmesystem unter Kontrolle bringen. Offiziell also nix passiert. Allerdings macht man sich aufgrund der Häufigkeit solcher Meldungen in letzter Zeit seine Gedanken. Antworten
Sie haben Recht Herr Rohner! Die Sicherungen haben für dieses mal noch funktioniert. Ich hoffe, dass Sie die Jodtabletten in Griffnähe haben sollte es wieder einmal zu einem kleinen Zwischenfall kommen wo die Sicherungen durchbrennen oder wohnen Sie ausserhalb der Reichweite dieser Todesmaschinerie. Antworten

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