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Zwölf Jahre alt und schon SBB-Chef

Von Stephan Künzi. Aktualisiert am 20.02.2012 1 Kommentar

Für sein Dorf ist die Eisenbahn stets ein Traum geblieben. Im Leben des Siebtklässlers Christian Bürgi dreht sich trotzdem alles um sie.

Zugfans: Christian Bürgi  mit  SBB- Chef Andreas Meyer.

Zugfans: Christian Bürgi mit SBB- Chef Andreas Meyer.
Bild: Nadia Schweizer

Fahrt

Über die Fahrt von Christian Bürgi mit Andreas Meyer berichtet heute Abend Schweizer Radio DRS 1 in der Sendung Zambo (ab 19 Uhr).

Er ist erst zwölf Jahre alt, und er sagt von sich bereits keck, dass er SBB-Chef werden will. Das heisst, ganz sicher möchte er, wenn er einmal erwachsen ist, als Lokführer arbeiten. Oder aber für die Bahn als Computerspezialist tätig sein.

Dabei gibt es dort, wo er herkommt, keinen einzigen Meter Schiene. Christian Bürgi lebt nämlich im kleinen Dorf Limpach, wo vor hundert Jahren zwar einmal über eine Bahn diskutiert worden ist, wo aber nach wie vor das Postauto unterwegs ist. Und auch das nur ein paar Mal im Tag. Hier lebt er mit seiner Familie auf einem Bauernhof, und er stellt gleich wieder klar: Nein, der elterliche Betrieb mit seinen Tieren und Maschinen interessiert ihn nicht sonderlich. Weil seine Leidenschaft, genau, den Eisenbahnen gilt.

Stundenlanges Beobachten

Seit er denken könne, sei das so, fährt der Siebtklässler fort und erzählt davon, wie er schon als kleiner Bub mit der Grossmutter jeweils ins nahe Fraubrunnen gefahren ist. Dort setzten sich die beiden auf eine Bank und schauten dem Treiben zu. Beobachteten eine halbe Stunde lang, eine Stunde lang, wie die Züge kamen und wieder gingen.

«Das war immer sehr spannend», gibt Christian Bürgi auf die Frage, was genau ihn denn an der Eisenbahn so fasziniere, zu Antwort. Und fährt fort, dass er seine Familie wenn immer möglich zu einer Fahrt im Zug zu gewinnen versuche. Voller Begeisterung erzählt er von den letzten Campingferien im gemieteten Wohnwagen im Tessin und von der Reise dorthin mit der Gotthardbahn, schwärmt vom dreimaligen Blick auf die berühmte Kirche von Wassen und von den Kehrtunneln. «In den Kehrtunneln war es spannend zu beobachten, wie sich der Zug in die Kurve legte.»

Mit dem Zug zu den Autos

Häufig ist Christian Bürgi auch mit den Grosseltern unterwegs. «Sie haben ja Zeit und kommen gerne», sagt der Zwölfjährige. Die berühmten Züge hierzulande kennt er jedenfalls schon fast alle: den Glacier-Express zwischen St. Moritz und Zermatt genauso wie den Goldenpass Panoramic zwischen Montreux und Zweisimmen. In dem durfte er sogar schon einmal eine Fahrt auf den sogenannten VIP-Plätzen mit Rundumsicht ganz an der Spitze geniessen.

Die Reisen lässt sich Christian Bürgi oft zum Geburtstag oder zu Weihnachten schenken. Dazu ist er natürlich auch im Alltag regelmässig im Zug unterwegs. Einmal pro Woche fährt er vom Oberstufenzentrum Fraubrunnen, wo er die Sek besucht, nach Moosseedorf zum Computerunterricht für besonders gute Schüler. In den nächsten Wochen steht ihm der erste grössere Ausflug auf eigenen Füssen bevor: Gemeinsam mit zwei Kollegen will er in Genf den Autosalon besuchen.

Eine Fahrt im Führerstand

Wenigstens im Internet hat sich Christian Bürgi seinen Berufswunsch schon mal erfüllt. SBB-Chef nennt er sich, wenn er auf den Seiten des Jugendclubs Zambo von Schweizer Radio unterwegs ist, und diese Mitgliedschaft hat ihm nun sogar eine Fahrt im Führerstand mit dem richtigen SBB-Chef Andreas Meyer eingebracht.

Als die beiden frisch von ihrem Ausflug zurück sind, kann Christian Bürgi seine Begeisterung kaum in Worte fassen. Andreas Meyer seinerseits lobt, wie aufgeweckt der Junge sei und wie detailliert er die Bahnen kenne. Er lese halt Zeitung und sei viel im Internet unterwegs, erwidert der Angesprochene auf der Stelle. Dort holt er jeweils auch die Fahrpläne, wenn es wieder einmal mit der Familie auf Reisen geht. «Ich kenne mich mittlerweile besser aus als meine Eltern.» (Berner Zeitung)

Erstellt: 20.02.2012, 06:17 Uhr

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1 Kommentar

Hans Inderbizin

22.02.2012, 03:02 Uhr
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Ihr Titel ist irreführend!
Wieso setzten sie - zur besseren und wahrheitsgetreueren Information - nicht einfach ein Fragezeichen hintern den Titel?
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