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Am Wochenende fühlt es sich an wie bei –25 Grad

Von Christoph Hämmann. Aktualisiert am 02.02.2012 2 Kommentare

Es wird kalt, und die Bise bläst: Ein richtiges Winterwochenende steht vor der Tür. Der Wetterexperte empfiehlt einen Ausflug an den See.

Eine Stadt erstarrt in sibirischer Kälte. Ab morgen wird es in Bern und der Region vier Tage lang richtig kalt.

Eine Stadt erstarrt in sibirischer Kälte. Ab morgen wird es in Bern und der Region vier Tage lang richtig kalt.
Bild: Adriana Bella

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Beheizte Weichen

Bei den städtischen Verkehrsbetrieben Bernmobil ist man für die frostigen Tage gerüstet, sagt Sprecherin Annegret Hewlett. Anders als die SBB bietet Bernmobil kein zusätzliches Personal auf. «Wir greifen, falls nötig, auf unser reguläres Winterpikett zurück», sagt Hewlett. Dieser Notfalldienst bestehe immer während der Wintermonate. Eingefrorene Weichen sollten für die Trams nicht zum Problem werden. Denn: Die Weichen sind auf dem ganzen Bernmobil-Netz beheizt. Deshalb sollten trotz Minustemperaturen auch die Apparate funktionieren, welche an neuralgischen Punkten die Gleise schmieren und so das Quietschen der Tramräder verhindern. Jeweils vor dem ersten Kurs werden die Fahrdrähte der Trolleybusse enteist. Kaum vorbereiten könne man sich auf die Strassenverhältnisse, sagt Hewlett. Bei extremer Witterung seien vor allem die Chauffeure gefordert. Starke Steigungen können zum Problem werden, wenn die Strassen glatt sind. Mit den Allwetterreifen käme man aber in den allermeisten Fällen gut vorwärts, so Hewlett.

Morgen wird sie hier sein, die sibirische Kälte. Schuld ist der Wind, der nicht länger aus Westen blasen und sich gegen das riesige Kältehoch über Russland stemmen mag. Es weht jetzt ein anderer Wind: Er kommt aus Nordost und trieb das Hoch so weit vor sich her, dass wir nun an dessen Südrand liegen. Was das heisst, liest sich in den Wetterprognosen fürs Wochenende kurz und bündig: «Mit Bise sehr kalt.»

–12 ist nicht gleich –12

Wenig Grund für Hochstimmung also bei allen, denen Kälte in erster Linie einmal zuwider ist. Schlimmer noch: Die 12 Grad minus, die am Wochenende im Mittelland herrschen können, sind besonders kalte 12 Grad minus. Und wieder liegts am Wind: Laut Mario Rindlisbacher, Prognostiker bei der Berner Firma Meteotest, führt die Bisenlage dazu, dass die gefühlte Temperatur deutlich tiefer ist als jene, die das Thermometer anzeigt. «Bei einer Windstärke von 60 Kilometern pro Stunde, wie sie am Wochenende an exponierten Stellen auftreten kann, fühlen sich minus 12 wie minus 25 Grad an.» Effektiv 25 Grad minus, die dann auch so in der Zeitung stünden – das gebe es in der Region eigentlich nie, sagt der Wetterexperte.

Klimatologisch lasse sich das aktuelle Wetter erst im Nachhinein einordnen, sagt Rindlisbacher. So viel ist aber schon jetzt sicher: «Wetter wie das der nächsten Tage gibt es zwar nicht jedes Jahr, aber auch nicht bloss alle 100 Jahre.» Grundsätzlich sind die aktuellen Minustemperaturen nichts Besonderes für die Jahreszeit. Speziell an der aktuellen Situation ist laut Rindlisbacher, dass es trotz Wind und Bewölkung so kalt wird – und dass sich die Temperatur im Tagesverlauf fast nicht erhöht.

Reif für den See

Der Wind, der Wind, das vielgescholtene Kind – ein bisschen Zuspruch hat auch er verdient: Die «gute Durchmischung», wie es der Experte nennt, verhindert, dass sich die Kaltluft in tiefen Lagen sammelt. Deshalb heisst es dieses Wochenende: je höher, desto kälter.

Ansonsten wartet das Wochenende mit einem klassischen Dilemma auf: raus in die sibirische Kälte? Oder warten, bis einem die Decke der warmen Stube auf den Kopf fällt? Wer es drinnen nicht mehr aushält, kann laut Rindlisbacher entlang der Seen im besten Fall zwei Grad herausholen. Da die Gewässer noch relativ warm seien, wärme sich der Wind über ihnen auf. Zu beachten gilt es aber zwei Dinge: Es muss schon ein See vom Kaliber des Bieler-, Neuenburger-, Thuner- oder Brienzersees sein – am Moossee erzielt der Effekt nicht die gewünschte Wirkung. Und: Das Ausflugsziel sollte am südwestlichen Seeufer liegen, damit es wirklich etwas wärmer ist. Wer am Bielersee abgeschwächte Kälte sucht, fährt also nicht nach Biel, sondern nach Erlach.

Bis Montag bleibt es kalt, dann sollten die Temperaturen sachte ansteigen. Wie es danach weitergeht, kann Prognostiker Rindlisbacher noch nicht sagen: «Die Karten liefern Argumente für jedes mögliche Szenario.» (Berner Zeitung)

Erstellt: 02.02.2012, 08:32 Uhr

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2 Kommentare

Markus Früh

02.02.2012, 09:50 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Mein Gott! Man könnte meinen, als wären die endlich angekommenen Winterverhältnisse etwas bedrohliches und furchtbar schlimmes. Minus 12 bei 8 m/s im Mittelland sind es dann gerade Mal gefühlte minus 22. Temperaturen, bei denen viele im hochalpinen Gebieten Ski fahren. Wie wäre es mit besserer Kleidung und weniger Dekolleté! Antworten


rosmarie maurer

02.02.2012, 10:50 Uhr
Melden

aus den weichen Wirt ein harter ein traum vieler Männer Antworten




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