Google im Hosensack
Freilich kann man bei diesem Gerät kaum mehr von einem Telefon sprechen. Es ist eher ein Taschencomputerhandynavigationsmusikplayer, ein E-Mailbrowsersuchfotoapparat und eben: Google für den Hosensack.
Für meinen Alltagstest dient mir ein Entwicklergerät. Hier zu Lande ist das G1 noch nicht erhältlich – und doch wird es im Internet heiss diskutiert. Dabei dreht sich jede Diskussion, ob im Netz oder mit den mich ansprechenden Technikbegeisterten, um genau ein Thema: Ist das G1 der «iPhone-Killer», der nächste grosse Hype, das Ding, das alle haben müssen? Ich wills herausfinden.
Eine ausklappbare, kleine, aber vollständige Tastatur, Funktionen wie das auf dem iPhone fehlende Copy-Paste, die Möglichkeit, auf dem Google-Handy programmieren und installieren zu können, was immer das Herz begehrt: Das alles fühlt sich sehr nach einem Computer an, nicht nach einem Telefon. Oder anders ausgedrückt: Das Gerät ist eine Universalmaschine – anders als etwa ein Stabmixer, bei dem «hier drücken» stets «unten drehen» auslöst. Das ist gut so. Die grosse Freiheit ist dem «Grossen Kontrollator» Apple langfristig wohl überlegen. Das ist andererseits aber auch mühsam, denn Computer sind nicht selten unberechenbar; allzu oft heisst «hier drücken» lediglich «wahrscheinlich passiert etwas».
Jedes Programm ist wieder ein wenig anders, und so ist es auch hier. Das hat seine Gründe: Das von Google entwickelte Android-Betriebssystem des von der Firma HTC fabrizierten Handys ist «Open Source» – und damit eine Plattform, die von allen nach Belieben verwendet und abgeändert werden kann. Aus dem Google-Telefon lässt sich also allerlei bauen: vielleicht ein Discotänzer-Telefon, ein Bundesbeamtenhandy oder ein Wanderernatel mit Karte, Das klingt wirklich viel versprechend. Manchmal aber wäre es aber auch gut, es wäre einfach ein Telefon.
Im «Tastentest» schreiben Blogger über Geräte. Hannes Gassert testete das Smartphone Google Android G1 (rund 700 Franken). (Berner Zeitung)
Erstellt: 30.01.2009, 16:16 Uhr
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